V. Die Makonde.
Die Makonde (oder auch Wamakonde) sind die südlichen Nachbarn der Wamüera und bewohnen hauptsächlich das vom Lukuledi südlich gelegene Mpatila- oder Makondeplateau. Sie sollen seit Menschengedenken die Urbewohner dieser Plateaulandschaft gewesen sein. Vor Zeiten haben sie einmal versucht, bis in das Tal des mittleren Ruvuma und über den Lukuledi bis zum Tal des Mbemkurru sich auszubreiten, aber durch ungünstige Landesverhältnisse und Bedrängnisse von Seiten stärkerer Stämme wie durch das Vordringen der Makua zum Ruvuma veranlasst, zogen sie sich immer wieder in die dichten, schutzbietenden Büsche der Hochlandschaften zurück.
Ueber ihren Stammesursprung geht folgende Sage: Ihre Geburtslandschaft, Mahuta geheissen, sei auf der Südseite des Plateaus zum Ruvuma hin gelegen und nur mit dichtem Busch bestanden gewesen. Aus diesem Busche sei ein Mensch hervorgegangen, der sich niemals wusch und schor, der nur wenig ass und trank. Dieser ging aus und machte ein Menschenbildnis aus dem Holze eines Savannenbaumes, nahm es mit sich in seine Buschwohnung und stellte es dort aufrecht hin. Während der Nacht erwachte das Bildnis zum Leben und es war ein Weib. Daraufhin gingen sie zusammen hinab zu den Wassern des Ruvuma, um sich zu waschen. Hier gebar das Weib ein Kind, welches jedoch nicht lebend zur Welt kam. Sie verliessen das Land und zogen über die Hochländer bis in das Tal des Mbemkurru, wo sie sich niederliessen. Dort gebar das Weib abermals ein Kind, das wiederum tot zur Welt kam. Daraufhin kehrten sie in die hochgelegene Buschlandschaft Mahuta zurück und dort wurde das dritte Kind geboren, welches nach der Geburt lebend