III. Die Landbevölkerung.
Mit Ausnahme eines sehr geringen Prozentsatzes eingewanderter Asiaten, wie Araber, Inder, Banjanen, Goanesen etc., die des Handels wegen und meist nur vorübergehend sich niedergelassen haben, wird ganz Deutsch-Ostafrika hauptsächlich von Vertretern der grossen Völkerfamilie der Bantuneger bewohnt. Eine ganze Anzahl kleinerer Stämme dieser Völkerfamilie leben infolge vorhergegangener Drangsale im Bezirk Lindi eng aufeinander gedrängt. Die an Stammesmitgliedern zahlreichsten derselben sind die Makua, Makonde, Wamwera und im Küstendistrikt die Waswahili; daneben erscheinen noch in kleineren Gruppen ansässig eingewanderte Wahyao und Stammesüberreste der Wany- assa, Wanindi, Wangindo, Wandonde, Wamachinga, Amalaba etc. in den verschiedenen Landesteilen zersprengt und zerstreut.
Die ganze Bevölkerung konzentriert sich auch nur auf ein Drittel des ganzen Bezirks, und zwar auf das Dritteil, welches zwischen den Grenzflüssen Mbemkurru und Ruvuma am nächsten der Küste gelegen ist. Zwei Dritteile des weiten Landes sind völlig unbewohnt und menschenleer. Dieser traurige Umstand hat seinen Grund nicht etwa in der Unfruchtbarkeit und Unfähigkeit des Landes, seine Bewohner zu ernähren; im Gegenteil finden sich gerade die wasserreichsten und fruchtbarsten Ouellgebiete in den von Menschen verlassenen Teilen des Bezirks. Wie schon oben angedeutet, liegt auch hier die Ursache vor, wie sie leider nur zu oft in der afrikanischen Geschichte als das Bild des jedes Landeswohl zerstörenden Menschenhasses vor unsern Augen entrollt wird. Noch vor einigen Jahrzehnten war es anders mit dem