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Lindi und sein Hinterland / von P. Adams
Entstehung
Seite
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IV. Die Wamuera.

Die Wamuera, oder auch Wamwerra, stellen das Haupt­kontingent der Bevölkerung im Hinterlande des Bezirkes Lincli. Ihre eigentliche Heimat war das Ouellgebiet der Flüsse Mbem- kurru, Lukuledi, Mangala, Limassule und Mohessi; letztere drei sind linke Nebenflüsse des Ruvuma. Von diesem ihrem Stammsitze wurden sie vor etwa vierzig Jahren immer mehr küstenwärts gedrängt, zuerst durch ihre Stammesnachbarn, die Wangindo. Letztere bewohnten anfangs das rechte Ouell- und Flussgebiet des Luvegu, eines grossen rechten Neben­flusses des Rufiyistromes. Die Wangindo mussten aber dem Andrängen der erobernden Wangoni weichen und flüchteten sich in das südostwärts gelegene Gebiet der stammverwandten Wamuera oder in das nordostwärts gelegene Gebiet der eben­falls stammverwandten Wandonde. Die Wangoni aber drangen mit ihrer Eroberung und Verwüstung in den Jahren immer weiter ostwärts und zersprengten die schwachen, scheuen Stämme nach allen Richtungen. Die Wamuera zogen sich nun in die Iluluberge und hauptsächlich auf das schwer ersteigbare und dichtbewaldete Ilondo- oder Muera - Plateau zurück und breiteten sich allmählich auch bis in die Täler des Mbemkurru und Lukuledi aus, wo sie bis auf den heutigen Tag stand­gehalten haben.

Ueber ihren Stammursprung erzählen sie in folgender Weise: Ihr Stammvater kam aus der grossen, an Antilopen und Elefanten reichen Wildnis zwischen dem Quellgebiete des Luvegu und Mohessi in Begleitung seiner Frau. Er war ein grosser Jäger und führte erbeutetes Elfenbein mit sich. Er ging zur Küste, um dort mit anderen Menschen Handel zu treiben. Auf der

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