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Dericdt der StadtbibliotKeK
Der Bücherbestand der Stadtbibliothek ist im verflossenen Rechnungsjahre um 2970 Bände gewachsen, so dasz er jetzt insgesamt IZ2Z00 Bände beträgt. Das Institut steht danach unter den 40 deutschen StadtbibliotheKsn an neunter Stelle. Von den Neuerwerbungen seien genannt die „Lorrespondance inödite de la maison d'Orange-Nassau", ein 1478 zu I^om erschienener OrucK des Manipulus curatorum von (Zuido de Monte Nochern (I^otherii), der für uns ein besonderes Interesse hat, weil der Drucker Johannes Bulle wahrscheinlich aus Bremen stammt (geschenkt von Herrn Julius Koch) und 3 Photographisn von Federzeichnungen des schwedischen (Zraksn SriK Vahlberg, die aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen und den Marktplatz in Bremen darstellen, vis Zeichnungen sind auf Ersuchen des Stadtbibliothekars durch gütige Vermittlung des Herrn L. VV. volaren, OberbibliothsKars der Kgl. Bibliothek in Stockholm, deren Eigentum sie sind, von der Lithographischen Anstalt des schwedischen (Zeneralstabs kür die Stadt- bibliothek, das historische Mussum und das Staatsarchiv photographiert worden.
Sntliehen wurden von 9847 Personen 260Z6 Bände. Segen das Vorjahr ist die Zahl der Entleiher um 419, die der entliehenen Bände um 2256 gestiegen, ven Lesssaal besuchten S2Z8 Personen, die 18 794 Bände benutzten. Segen das Vorjahr ist hier die Zahl der Besucher um 221, die Zahl der benutzten Bände um 3058 gewachsen, vis aus diesen Zahlen ersichtliche bedeutende Zunahme der Benutzung ist um so erfreulicher, als das Entleihen von Romanen zur bloßen Ausfüllung müßiger Nsbenstunden, das der Bestimmung der Bibliothek nicht entspricht, nach Möglichkeit eingeschränkt wurde und deshalb um so bestimmter behauptet werden darf, dasz die überwiegende Mehrzahl der Besucher höhers Zwecke verfolgte.
Oer vom StadtbibliothsKar begonnene Inkunabelnkatalog ist nach dessen Anleitung von Herrn Nr. (Haussen aus Heide i. Holst., der zu seiner bibliothekarischen Ausbildung während der Zeit vom 1. Januar 1906 bis zum ZI. März 1903 als freiwilliger Hilfsarbeiter an der Stadtbibliothek beschäftigt war, fortgesetzt und zu vorläufigem Abschluß gebracht worden. In gleicher Weise hat letzterer auch ausführliche Register zu unseren umfangreichen Sammlungen von Briefen aus dem 16. und 17. Jahrhundert (Originalen und Abschriften) angefertigt, wodurch die Benutzung wesentlich erleichtert wird.
vis seit dem April 1907 vom Stadtbibliothekar herausgegebenen „Mitteilungen aus der Stadtbibliothek in Bremen" sollen den Interessen des Instituts dienen durch Bekanntgabe der Tlitel wichtiger Neuerwerbungen, durch Veröffentlichungen aus alten Handschriften und Drucken der Stadtbibliothek, die für Bremen besonderen Wert haben oder von allgemeinerer Bedeutung sind, und durch Kurze Nachrichten aus dem inneren Leben der Bibliothek.
Oer virektor: Prof. Dr. Hsnrv Seedork.