Die dekorativen Skulpturen der Renaissance am Areiner I^atKause und ikre Vorbilder
von Sustav Pauli
n den Jahrhunderten des Mittelalters vollzieht sich die Künstlerische Produktion innerhalb bestimmter Klar erkennbarer Schulzusammenhänge, die sich aus der geringeren Beweglichkeit des einzelnen (Renschen und aus der Schwerfälligkeit aller Kommunikationsmittel von selbst ergeben. 5ür den Eingeweihten ist es daher nicht schwer, die mittelalterlichen Kunstschulen nach ihrem Lokalcharakter zu unterscheiden und die Dichtung zu erkennen, in der ein neuer Stil, einer Wellenbewegung vergleichbar, sich fortpflanzt, DaK in Deutschland im allgemeinen die Dichtung der Kulturbewegung von Südwesten nach Nordosten weist, ist längst beobachtet worden. 5ür unser Dremen und die Entstehungsgeschichte seines Rathauses hat Cmil Waldmann an einer andern Stelle unseres Sektes dieses Verhältnis an einem neuen bedeutsamen Deispiel erhärtet. Wir erfahren es da, daß sowohl die (Deister wie die (Nüster der schönen gotischen Skulpturen des Rathauses aus den benachbarten südwestlichen Kulturgebieten uns zugewandert sind.
^e mehr wir uns nun der neuen Zeit nähern, um so mehr lookern sich die alten Schulzusammenhänge. Seitdem durch Kupferstich und Holzschnitt neue 5ormgedanKen verhältnismäßig leicht verbreitet werden Konnten, war ihre Fortpflanzung nicht mehr an die Wanderfahrten der Gesellen und (Deister des Handwerks gebunden. Ls Kommt vor, dak nürnbergische (Notive auf einmal in Westfalen erscheinen, italienische in den Niederlanden. Dabei beobachten wir, daß die Beziehungen zwischen erfindenden (Nalern oder Kupferstechern und ausführenden Steinmetzen, Goldschmieden und Bildschnitzern sich im Laufe des sechzehnten Jahrhunderts vervielfachen. Dürer, der erfindungsreichste und am meisten