vie Dildnisse ^okann Smidts
von C. Waldmann
lir besitzen Kein bedeutendes Denkmal des großen bremischen Staatsmannes und Bürgermeisters Johann Smidt. Sein (Narmorstcmdbild auf der oberen I^athaus- halle hat das, was man von ihm verlangen müßte, in Keiner Weise: Monumentalität. Sie gibt diese Persönlichkeit in ihrem tiefsten Wesen gar nicht und in ihrer äußeren Erscheinung falsch wieder. Und sein Denkmal in Bremerhaven, in jener Stadt, die er gegründet und durch die er die Hansestadt Bremen in die Neuzeit hinübergerettet hat, ist Künstlerisch noch wertloser: dieser gespreizte Mann da auf dem Postament hat nichts mit Smidts Charakter zu tun.
Wenn es also uns Nachlebenden auch an einem kür die Ewigkeit gültigen Svmbol dieser Persönlichkeit und ihrer Bedeutung gebricht, das uns sagen Könnte, wer, vom Standpunkt der Historie aus, dieser (Dann im (Zrunde war, so haben wir auf der andren Seite doch Mittel genug, um uns vorstellen zu Können, wie er in Wirklichkeit, im Leben und aus nächster Nähe, ausgesehen hat. Cr ist verschiedentlich porträtiert worden, und wenn die Künstler, die sein Konterfei überliefert haben, auch Keine ihm ebenbürtigen Leister waren ^ das Außere und Alltägliche haben sie doch festgehalten, vielleicht sogar getreuer, als es ein (Zenie getan hätte. Das soll man nicht gering achten. Nicht immer trifft es sich so glücklich wie in unsren Cagen, daß ein Lenbach einen Bismarck verewigte und daß außerdem noch immer ein flinker 5UIers danebenstand, der die UnwirKIichKeiten der genialen Auffassung vermied und ihre Überwahrheiten Korrigierte. Wenn der Lenbach fehlte, würde man den 5UIers vielleicht sogar loben, und was die allgemeine Künstlerische Phantasie der Nachwelt durch das 5ehlen eines monumentalen Porträts einbüßt, Kann der Wissensdrang des Historikers und die pietätvolle Neugier später, verehrender Geschlechter gewinnen.