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)akresberickt des l^unswereins
vis HusstellungstötigKeit des verflossenen Seschäftsjahres wurde im Oktober 1907 mit einer groszen Vorführung japanischer Kunst eingeleitet, deren wertvollsten ileil die Sesamtheit unserer Erwerbungen an japanischen Holzschnitten bildete, vermehrt durch gütigst zur Verfügung gestellte Blätter aus hiesigem und auswärtigem Privatbesitz. Angegliedert war dieser graphischen Ausstellung eine Kollektion von ausgesuchten Stücken Kunstgewerblicher 5lrt.
Von den Vorführungen der folgenden Monate seien besonders erwähnt die Kollektionen von Skulpturen und (Zemälden von 5>rthur Volkmann im November und fZugo von Habermann und Zan rioorop im vszember.
Hm IS. ssebruar wurde die grosze ?rühjahrsausste»ung eröffnet. Mit Ausnahme einer Kollektion der Vereinigung nordwsstdeutscher Künstler, die einer eigenen Zurv und Hängekommission unterstand, waren nur eingeladene deutsche Kunstwerks zugelassen. Das Niveau der Ausstellung musz als ein hohes bezeichnet werden. Line Neihe unserer hervorragendsten Meister war vorzüglich vertreten; von den älteren: Eduard von Seb Hardt und Dans Lhoma, von den neueren: Liebermann, 7^ rübner, Schuch, KaicKreuth, Slsvogt, Lorinth, Stuck, Lang sowie die Bildhauer ^uaillon, fZahn, L. 5l. vermann, S. Kolbe, S. Noemer, Wilhelm Serstel und Theodor von Losen. Linen besonders glücklichen Eindruck erzielte der Oberlicht- saal, in welchem eine Neihs von XVerKen der Klassischen Münchner Schule, die sich in den siebziger Jahren um Leibi gruppierte, vertreten war.
Segen Schlusz der Ausstellung, am 13. und 14. Hpril, vereinigte sich hier zu ihrer Hauptversammlung die Verbindung für historische Kunst, deren Mitglieder am 13. 5>pril vom Senat in den Räumen des Nathauses festlich bewirtet wurden und tags darauf vom Kunstversin in den Räumen des Lssighausss. vis Verbindung, welche die angesehensten Mitglieder zählt, wurde im Jahre 1852 zu dem Zwecke gegründet, die damals blühende Historienmalerei zu fördern. Da indessen die Künstlerische Entwicklung sich inzwischen so vollzog, das; die Maler sich von den historischen Segenständen abwendeten, so sah sich die Verbindung schon vor einigen Jahren veranlagt, den Beschluß zu fassen, dasz auch Semälde und Skulpturen anderer Segenstände kür ihre Erwerbungen in Betracht Kommen sollten, vie Ankäufe der Verbindung zirkulieren zunächst in den Städten, in denen ihre Mitglieder wohnhaft sind, um nach ttblauk der Zirkulation unter die Mitglieder verlost zu werden. fluk der bremischen lZauptversammlung wurde aus der Ausstellung der Verbindung, kür die wir einen Heil unserer Sammlungsräume zur Verfügung gestellt hatten, eine Landschaft von Eugen Kampf erworben, vie übrigen Ankäufe umkafzten, mit Ausnahme von zwei Landschaften §r. prellers des jüngeren und des störrischen Pferdes von 5>. Kampf, die folgenden Semälde und Skulpturen unserer Ausstellung: Carl Vinnen, Mittagsbrüten, Hermann Kahn, Büste eines Seharnischten, und August Kraus, Bronze eines laufenden Kindes.