Die Erwerbungen der Kunstgewerblichen Sammlungen im )abre 1907
von l^arl Schaefer
seit etwa fünf fahren hat das Museum damit begonnen, die bäuerliche Handwerkskunst des Dremen benachbarten (Zebietes systematisch zu sammeln und die typischen 5ormen vollzählig zusammenzutragen, die im (Mündungsgebiet von LIbe, Weser und Lms sich so charakteristisch und so grundverschieden ausgebildet haben, je nach Stamm, Lebensgewohnheit, Wirtschaftsbetrieb und örtlichen Bedingungen. 5ür den Ausbau dieser Srupve des (Nuseumsbesitzes war das vergangene ^ahr ein außergewöhnlich fruchtbares. 5lus dem IZesitz des als Sammler seit fahren mit uns in freundschaftlichen Beziehungen stehenden post- direktors L. Ctzlinger in Leer wurde die vollständige Wohnstube, sog. Küche, eines ostfriesischen Bauernhauses aus der Nachbarschaft von Leer erworben; in der Abteilung für Volkskunst auf der Oresdner Kunstgewerbe- Ausstellung 190b war sie — wenn auch nur unvollständig aufgestellt ^ den Wachleuten allgemein bekannt geworden; ihren systematischen Ausbau haben wir Schritt für Schritt verfolgt, als wenn er vom Museum selbst ausgeführt worden wäre: 5liesenKamin, Einrichten, Uruhe, ?Iisch und Stühle, VettcüKovenwand und tZuddelsi (Wandschrank mit (Zlasscheiben), ?leller- börde, Herdgerät und die ganze Menge des Hausrats und Geschirrs zur Ausstattung des Raumes. Im 5lnschlufz an die viele im Lrdgeschotz des Museums fand sich der l^aum zu einer wirksamen, in den (Zrötzenver- hältnissen und der Anordnung originalgemäfzen Aufstellung des Raumes, der das erste derartig getreu wiedergegebene (Zanze in den Sammlungen des Museums bildet und dadurch zu einem eindrucksvollen Schaustück geworden ist. Line ausführliche Schilderung der Bedeutung dieser Erwerbung habe ich inzwischen im ersten Hefte dieses „Jahrbuchs der bremischen Sammlungen" gegeben.