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Bremer archäologische Blätter / Der Landesarchäologe
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Mitteleuropäische Urnenfelderkultur und keltisches Latene

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Abb. 12. 1 Glastonbury (nach Dechelette). 2-8 nach Jacobsthal 266, 128; 265, 107; 266, 136;

270, 283; 265, 120; 271, 294; 268,194.

talischen Prototypen. Kein keltisches Werk im orientalisierenden Stil ist rein persisch oder Skythisch, die meisten Werke sind neu und fertig, und zwar im orientalisierend-keltischen Stil. Es sind keine Erzeugnisse in der Art von Experi­menten eben angekommener östlicher Erzeugnisse, es sind keine Produkte keltischer Neulinge im Sinne unmittelbarer Nachschöpfer. Die keltische Kunst hat nach Jacobsthal keine Genesis. Sie hat sie deswegen nicht, so möchten wir glauben, weil die latenezeitlichen Kelten als Erben alter Urnenfelderkultur alles, was direkt aus dem Osten zu ihnen kam, schon seit einigen Generationen durch einen mittel­europäischen Filter empfingen, der das klare Vorbild in der Nachschöpfung laufend verwischte.

Für die Tradition im Ostgebiet der Urnenfelderkultur seien zwei Beispiele ge­nannt. Das weite Volutenschiff, bekannt in schlichter Gestalt von ungarischen Schwertklingen derUrnenfelderzeit (Abb. 14, 1), lebt zwar in prunktvollerer Auf­machung, aber im Typus unverändert auf den latenezeitlichen Schmuckringen von Bella fort (Abb. 14, 2). Zum andern sei auf die Halskragen von Etrechy (Marne) mit ihrer offensichtlichen Urnenfelderverzierung hingewiesen 89 ). Diese Verzie­rung zeigt folgendes Bild: Dreiwirbel in den Ecken, wo auf jungbronzezeitlichen Halskragen konzentrische Kreisgruppen die Stelle der Sonne vertreten 90 ); das Spitzoval in der Mitte wie ein Schiff, durch konzentrische Kreise um einen Mittel­punkt mit Sonnensteven als Abschluß, das Schiff besetzt mit aneinandergereihten Kolbenpaaren; die ihnen entsprechenden Doppelfiguren aus der Urnenfelderzeit treten also auf den Halskragen offenbar in latenezeitlicher Verkleidung auf; die

89 ) Jacobsthal a. a. O.

90 ) Sprockhoff, Hortfunde P. V. Taf. 22, 1.