Druckschrift 
Bd. 2 (1846)
Entstehung
Seite
566
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S66 Die Barbiere erhalten ihre Amtsrolle.

undt vrygheit mit kraft desses breues der Salschup der Bar- berer undt Wundenartzten unsere Borgereii, de sick nu mit uns behelpen undt sick ok fort mit uns tho behelpen gedenken, dat de in Vuller macht alle wesen undt bliuen schölen, dewile se alle leuen, ere Ambacht tho gebruken undt affsterven, dat erer nicht mehr denn achte Meistere darna wesen schölen de dat Amt der Barberer undt Wundenarzten Vort by erer tho bliuen holden schölen, de uns van stundt an tho der Statt beste twe haken bussen (ein Schießgewehr, was beim Abfeuern mittelst Haken be­festigt wurde), dartho twintig punde krudcs (Pulver) und twin- tig pundt lode (Hagel), derwile undt so lange se dußdane rech- tichheit undt vrigheit von Uns brnkcn, up er egen kost schölen

ren, aber keine Hebung von Geld und Lebensmitteln vor vollendetem Svsten Jahre, auch dürfe, keine Bewohnerinn mebr als 600 bis 700 Thlr. Vermögen besitzen, oder sey es später erweislich solle dieselbe alles An­recht verlieren. Der Vorsteher Bernhard Wilhelm Rüppel klagte, die fromme Anstalt gehe rückwärts, theils dadurch daß sie jährlich 200 Thlr. an die lat. Schule abgeben, auch 50 Thlr. dem französischen Krankenpre­diger nnd I2j Thlr. dem Vorsänger geben müsse, theils auch daß der hochweise Rath in letzter Zeit willkürlich über sie disponirt habe. Das Capital des Hanfes hatte sich in etliche» Jahren wirklich um 1762 Thlr. 3 Gr. gemindert. Der hochweise Rath bewilligte auf desfallsige Bittschrift, er­stere Ausgabe solle aufhören und letztere- beiden sollten nur für Lebenszeit des französischen Pastor Ludwig Buch und des Vorsängers Äoster bleiben. Das Ansinnen der Schoßdeputation im I. 17.99, sämmtliche Bewohne- rinnen des Hauses müßten nach Vermögen zum Schoß beitragen, blieb ohne andere Folgen als daß ihr Vermögen tarirt wurde.

Als in der französischen Gewaltzeit, .Ende Dcc. d. I. I8II, der Maire Wichclhauscn die Nechmmg des vollendeten Jahres verlangte und der Rathsherr Knlcnkamp sein Jnspectorat beendigt erklärte, ergab sich das jährliche Einkommen des Gasthauses ans 1566 Thlr. 45 Gr. feststehende Einnahme und 461 Thlr. 45 Gr. rückständige Zinsen. Eine neue Ver­fassung im VcrwältnngSwcsen trat in der freien Stad't im I. 1817.am I sten Mai ein, als nämlich die vereinbarte Verwaltung milder Stiftungen , wieder getrennt wurde und jede, ihre besondere altherkömmliche erhielt, .da nämlich 4 Jnspectoren ans dem Rath und 6 Vorsteher aus Her Bürger­schaft ernannt wurden und die beiden jüngsten von den letzteren, Fr. Rodc- waid und H.E. Haase, die specielle Verwaltung zugewiesen erhielten. Das Gesammtvermögeu des Gasthauses bestand zu dieser Zeit in