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Bd. 2 (1846)
Entstehung
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Die Friesen.

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freie Verfassung war und jede Bauerschaft ihre eigenen Richter und Bevollmächtigten wählte, begannen die heftigen Kriege der Friesen, besonders der Rustringer mit Oldenburg und Graf Christian der Streitbare gleich in der andern Hälfte desselben, der auch Friesen in seinem Heere hatte, nannte sich zugleich Graf von Friesland. Jetzt aber traten unter dem von Alters her freiheitslustigem Volke Häuptlinge und Richter vor, deren Vor­nehmster der Talemann hieß und Oberlichter war, welche gleich­wie die Stedingerbrüder keine fremde Oberherrschaft wollten und ihr Bewirken mochte es seyn, daß im 1.1312 der Upstallsboom der in mancherlei Landcszerrüttung außer Ansehen gekommen, wieder aufgerichtet wurde. Es galt die Friescnfreiheit und einen gemeinschaftlichen Widerstand. Man fing an, steinerne Häuser zu bauen, was vormals als der Freiheit gefährlich, bei 8 Mark Strafe verboten war, weshalb bei den Brokmannen eine Willkür lautete: Steinschlag ruhe im ganzen Lande, außer für Kloster und Go­tteshäuser, Keiner soll bauen höher als 12 Fuß unter Dach". Im Lande erhoben sich auch Burgen und Besten mit Mauern und Gräben; an manchen Orten, so zu Emdcn und Norden, bauete sie das Volk selbst und setzte Häuptlinge zu Burghauptmännern. So hatte man bei wild umgehender Fehde doch eine Zufluchts­stätte, oder konnte sich zum Widerstände sammeln, doch eben da­mit ging eine neue Unterdrückung hervor, indem diese'vet- linge, so benannt von Hof, oder größerem Grundbesitze, die so zu bauen im Stande waren, in einer und anderer Art die Um­wohner von sich abhängig und zu Untersassen machten.

Es entstand eine neue Periode im Volksleben, bei der sich Bremen stark im Interesse fand, indem diese Häuptlinge eine Macht bildeten, mit welcher Vertrag und Friede die Weserfahrt freilich etwas mehr sicherte als vormals, aber auch Fehde nur um so blutiger und nachhaltiger wurde, da sie, welche der Schutz des Landes seyn sollten, sein Trutz und seine Vermessen­heit wurden, wie der Verlauf unserer Geschichte zeigt. So bauete kühn Robert von Westerbolt mit Hülfe der Grafen von Wölpe und Brokhusen und verbündeter Ritter, Heinrichs von Bremen, Lüder von der Hude und anderer, nahe vor Olden­burg, nur eine Meile von demselben, zu Suipgenburgen, jetzt Wardenburg, eine Burg im gräflichen Gebiet, woher seine Streif-