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Geschichte der Stadt Geestemünde / von Georg Behrens
Entstehung
Seite
149
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10. Capitel.

Auf der wirtschaftlichen Blüte Geestemündes beruhte die Entwick­lung der Stadt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige, Schiffbau, Hochsee- fischerei, Schiffahrt und Holzhandel sind abhängig von der Freiheit der See. Daher stellte der Lag, an dem England in den Krieg eintrat, der Lag. der Deutschland vom Weltmeer ausschloß, die Wirtschaft Geeste­mündes vor die schwersten Aufgaben. Es ist noch nicht die Stunde gekommen, die Geschichte einer Stadt seit 1914 zu schreiben. Nur einige der wichtigsten Punkte sollen kurz berührt werden.

Geestemünde lag wie alle Seestädte in der Gefahrzone, ein Angriff zur See auf die Strommündungen war nicht unmöglich. Stärker als im Binnenlande trat hier die Kriegsgefahr unmittelbar drohend den Einwohnern vor Augen. Die Begeisterung für die deutsche Sache, tat­kräftige Opferfreudigkeit und das Pflichtgefühl der wehrfähigen Männer zeigte sich hier in derselben herrlichen Schönheit, wie überall in deut­schen Landen. Wie überall, entstanden amtliche und private Organi­sationen, bestimmt, die unendlich vielfältigen und umfangreichen Auf­gaben zu lösen, die der Krieg an die Heimat stellte. In der ersten Linie stand zunächst die Sorge für die Familien, deren Ernährer ins Feld rückten. Die Werften arbeiteten weiter, so gut es ging. Wichtige und völlig neuartige Aufgaben wurden dem Schiffbau gestellt, so der Um­bau ehemaliger Handelsschiffe zu Hilfskreuzern. Graf DohnasMöwe" und Graf LucknersSeeadler" haben hier die Gestalt und die glänzend durchgearbeitete Einrichtung erhalten, die sie zu ihren Kreuzerfahrten be­fähigten. Die Hochseefischerei konnte ihre Fahrten zunächst noch in be­schränktem Umfange aufrecht erhalten, bis schwere Verluste in der