7. Capitel.
Die Schiffahrt, die Reederei und der Eigenhandel Geestemündes haben fich nicht so entwickelt, wie die hannoversche Regierung und wie die Geestemünöer es erhofft hatten. Mehr und mehr beruhte die Bedeutung des Ortes auf zwei Wirtschaftszweigen, die zunächst wenig oder gar nicht hervorgetreten waren, auf der Industrie und der Hochseefischerei.
In der Industrie nahm der Schiffbau eine beherrschende Stellung ein. In demselben Jahre, in dem der Entschluß gefaßt wurde, einen Hafen zu bauen. 1856, begann der Schiffbau sich erheblich auszudehnen. Rickmers kaufte in diesem Jahre vom Staate das ehemals von Schnehenfche und Sonntagsche Land auf der Geesthelle."?) Dort, wo heute noch die aus dem Rickmersschen Unternehmen hervorgegangen Norddeutsche Werft liegt, entstanden die neuen Werftanlagen. Hier sollten auch die Arbeiter mit ihren Familien — Rickmers rechnete auf etwa tausend Menschen — ihre Unterkunft finden. Die bisher zur Leher Feldmark gehörende Geesthelle wurde deshalb zu Geestemünde und damit zum Freihafengebiet geschlagen. Allerdings gab es dabei mancherlei Schwierigkeiten. Für die Kinder wäre der Schulweg zu weit, außerdem wäre in den ohnehin engen und notdürftig hergerichteten Räumen der Geestemünder Schule, die noch nicht einmal ein eigenes Gebäude besah, gar kein Platz. Deshalb verlangte die Behörde von Rickmers die Herrichtung einer eigenen Schule, einer Lehrerwohnung und den Unterhalt des Schulbetriebes, soweit nicht das Schulgeld ausreichte. Zehn Jahre lang hat diese Schule bestanden. 186? aber weigerte sich Rickmers, weiterhin für den Unterhalt der Schule zu sorgen, und seitdem