Innere Unruhen und auswärtige Erfolge.
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stehenden Vitalienbrüder, sie seien Gottes Freunde und aller Welt Feinde außer derer von Hamburg und von Bremen.
Und doch waren eben damals, im Frühjahr 1398, die Hansestädte mit einer neuen Rüstung gegen die Seeräuber beschäftigt. Auch Bremen wurde auf Grund der Urkunde von 1358 ausgefordert, zum 16. Mai einen Koggen in den Sund zu schicken, und als es sich mit seinen näherliegendeu Aufgaben entschuldigte, nochmals unter Hinweis auf jene Urkunde, durch die Bremen sich mehr als andere Städte verpflichtet habe, in drohendem Tone zur Folgsamkeit ermahnt. Als Bremen aber vorstellte, daß es bereits mehr als zehntausend Gulden im Kriege gegen die Butjadinger Friesen aufgewendet habe, und daß seine Kräfte nicht hinreichten, um allein der jetzt in Butjadingen versammelten Vitalienbrüder Herr zu werden, scheint man doch Abstand von jener Forderung genommen zu haben. Lübeck und Hamburg entschlossen sich vielmehr, gemeinsam mit Bremen gegen Ede Wnmmeken und seine Genossen vorzugehen. Als die städtischen Schiffe in der Jade erschienen, gelobte Ede am 4. Juli 1398, alle Vitalienbrüder binnen acht Tagen über Land von sich zu schicken und sie oder andere, die den Kaufmann schädigen möchten, niemals wieder bei sich aufzunehmen, den Städten vielmehr gegen sie Hülfe zu leisten, auch alles geraubte Gut, das in seinem Gebiete lagere, herauszugeben.
Nichtsdestoweniger war er schon zwei Jahre später wieder ein eifriger Beschützer des Raubgesindels, das zu Anfang des Jahres 1400 in den Parteikämpfen der friesischen Häuptlinge eine größere Rolle spielte, als je zuvor. Unter diesen Häuptlingen hatten Keno von dem Broke, der Nachfolger seines Bruders Witzold, auf der einen Seite und Hisko von Emden auf der andern das bedeutendste Ansehen. Zu dem letztern stand auch Ede Wummeren in freundschaftlichen Beziehungen.
Im Februar 1400 beschlossen die Hausestädte in Lübeck, unter Teilnahme Bremens, die Ausrüstung von elf Schiffen, um mit