Heft 
(2016) Bd. 13. Historismus und Gründerzeit I
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Denkmalpflege in Bremen Heft 13

Rolf Kirsch und Uwe Schwartz

Neue Unterschutzstellungen:

Bauernhaus Oberneulander Landstraße 24 und

Union-Brauerei in Walle

Bauernhaus Oberneulander Landstraße 24

Unter den jüngeren Unterschutzstellungen ist auch wieder einmal ein Bauernhaus vertreten: das Brinksitzerhaus Oberneulander Landstra­ße 24. Es wurde 1833 (Meyer 2013, s.u.) als kleinbäuerliches Anwesen für den Bauern Elard Bartels erbaut und ersetzte ein älteres, kleine­res, noch als Rauchhaus ohne Kamin errich­tetes Vorgängergebäude. Es gehört dem Haus­typ des Zweiständerbaus mit seitlichen Anküb- bungen an, der in der Bremer Gegend fast ausnahmslos dominiert. Das Fachwerk weist ausgemauerte, verputzte Gefache auf; das Dach

ist mit Reet gedeckt. Der allgemeinen Ent­wicklung des Bauernhauses in der Region fol­gend, besaß es eine Ofenheizung mit Schorn­stein, wie sie ab etwa Mitte des 18. Jahrhunderts zunehmend üblich geworden war und die ur­tümliche offene Feuerstelle im Flett verdrängt hatte.

Eine Besonderheit für das ursprüngliche Bremer Landgebiet stellen die höhergezogenen seitlichen Fachwerkwände mit doppelter waage­rechter Verriegelung dar. Nach den Untersu­chungen des Bremer Historikers und Hausfor­schers Dr. Hans Hermann Meyer wird diese in anderen Gegenden der Verbreitung des nieder­deutschen Hallenhauses oft vorkommende Bau-

Brinksitzerhaus Oberneulander Landstraße 24

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