die Gesellschaft für deutsche Kolonisation bis, zur Erwerbung Gstaftilias.
nzwischen hatte sich eine neue Vereinsgründung vollzogen. Wir haben bereits ge
sehen, wie eine Anzahl warmer Kolonialfreunde ihrer Ansicht nach die übertriebene Vorsicht, mit der der Vorstand des Kolonialvereins jeden Plan auf praktische Betätigung, der ihm vorgelegt wurde, bedachtsam erwog, tadelten, ein kühneres Zugreifen, ein rascheres und tatkräftigeres Vorgehen forderten. In dieser Richtung war in jüngster Zeit in Aufsätzen in der ,-Gegenwart", in Vortrügen und in Anregungen an den Vorstand des Kolonialvereins Dr. phil. Karl Peters hervorgetreten. Am 22. März 1884 vereinigte die Feier des 87. Geburtstages Kaiser- Wilhelms des Großen eine Schar begeisterter Patrioten in der Philharmonie in Berlin. Nach Beendigung des Festaktes 'blieben noch einige von ihnen, darunter Graf Felix von Behr-Bandelin und Dr. Peters, die der Wunsch zusammengeführt hatte, die Kolonialbewegung sobald wie möglich zu Taten überzuleiten, - beisammen. Das Ergebnis ihrer Besprechung war der Beschluß, eine neue Vereinigung zu gründen, die sich lediglich mit praktischer Kolonisation befassen sollte. Auf Einladung des Grafen Behr versammelten sich dann am 28. März etwa 30 Herren, die nach einem Vortrage Dr. Peters' über die politische, wirtschaftliche und allgemein nationale Bedeutung einer überseeischen Kolonisation seitens des Deutschen Reiches und Volkes nachstehenden vier Sätzen, die von dem Redner im Anschluß an seine Ausführungen aufgestellt wurden, zustimmten:
1. „Die Anwesenden sind von der Ueberzeugung durchdrungen, daß Deutschland einzutreten habe in eine energische nationale Kolonisation.
2. Diese Kolonisation ist so schnell und so nachdrücklich als möglich praktisch einzuleiten, damit nicht noch jahrelang der Strom unserer Aus- wanderung ungehemmt in fremde Rassen abstießt und nicht noch mehr der besten außereuropäischen Länderstrecken von Fremden okkupiert werden.
Konstituier,
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