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Schritte.
Karolinen.
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Entwicklung der deutschen Woionlalpoiitck.
^ei der. Gründung des Deutschen Kolonialvereins wurde mit besonderem Nachdruck seitens der offiziösen Kreise betont, daß Deutschland sich nicht in koloniale Verwicklungen stürzen würde. Gleichwohl waren die ersten vorbereitenden Schritte zu einer aktiven Kolonialpolitik des Reiches damals schon geschehen.
Schon im Jahre 1875 hatte Fürst Bismarck Veranlassung nehmen müssen, zum Schutze verletzter überseeischer deutscher Interessen einzuschreiten. Einem deutschen Schiffe, das von Hongkong aus nach den Karolinen- und Pelauinseln in See gehen wollte, um dort Handel zu treiben, ward von dem spanischen Konsul bedeutet, daß Spanien dort Hoheitsrechte in Anspruch nehme. Gleichzeitig erhielten englische Schiffe von spanischen Behörden ähnliche Weisung. Dies gab am 4. März 1874 zum Erlaß einer gemeinsamen deutsch-englischen Note Anlaß, in der Spanien bedeutet wurde, daß Souveränität und Zollherrlichkeit einer europäischen Macht auf ein überseeisches Gebiet nicht anerkannt werden könnten, solange sie nicht vertragsmäßig sanktioniert oder mindestens faktisch ausgeübt seien.
Es gab bald noch einen zweiten ähnlichen Streitfall mit Spanien. Der Suluarchipel, dessen Sultan auch über einen Teil von Nordborneo herrscht, grenzt an die damals unter spanischer Herrschaft stehenden Philippinen. Auf diesen Inseln hatte Spanien im Jahre l85l die Seeräuberei unterdrückt und leitete daraus einen Anspruch auf Ausübung der Oberhoheit her. Diesem versagte Deutschland die Anerkennung, zumal der Handel dort fast ausschließlich unter deutscher Flagge geschah, ja der deutschfreundlich gesinnte Sultan sogar um die Uebernahme des Protektorats über sein Land seitens des Deutschen Reiches gebeten hatte, was freilich von unserer Regierung abgelehnt worden war.
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