Lmstchungl des Deutschen LoloniMereinK
Ersie praltischc Versuche.
,chon 1848 hatte Wilhelm Röscher in seinem klassischen Werke „Kolonie" die Notwendigkeit, sowie die Grnndzüge einer deutschen Kolonisation festgestellt. „Deutschland müsse aufs Meer und übers Meer hinaus in die überseeischen Länder sich weit kräftiger und bewußter ausbreiten, wolle es die Unterlassungssünden der vergangenen Geschlechter wieder gut machen. Neue Produktions- und Konsumtionsgebiete müßten, sei es durch politische Kolonisation, sei es durch wirtschaftspolitische Maßregeln mit unsern nationalen Interessen verbunden werden." Diese Forderung suchten die ersten praktischen Versuche zu erfüllen! Der Auswanderungsverein in Düsseldorf und in Frankfurt a. M., die Adelskolonien in Texas, die Hamburger Kolonisationsgesellschaft von 1849. Aber erst die l870/71 errungene Machtstellung konnte kräftigen Erfolg haben.
Frühere Vereins- Die erste koloniale Vereinsgründung erfolgte sieben Jahre nach Errichtung
grm,düngen, neuen Deutschen Reiches in Berlin, wo Dr. Jannasch, der Mitarbeiter
Roschers, den Zentralverein für Handelsgeographie und Förderung deutscher Interessen im Auslande zum Zwecke der Ausdehnung des deutschen Einflusses über See ins Leben rief. Seinen Grundsatz: die Handelskolonisation ist nächst der Ackerbaukolonisation das wichtigste Mittel zur Verbreitung des kulturellen Einflusses eines Volkes, suchte er sowohl durch die Bildung des Zentralvereins, als durch die vortreffliche kolonialwirtschastliche Zeitung „Export" zu verwirklichen. Fast gleichzeitig veröffentlichte Missionsinspektor W. Fabri die Schrift „Bedarf Deutschland der Kolonien?" und gründete zur praktischen Durchführung seines Programms in Düsseldorf den Westdeutschen Verein für Kolonisation ^ und Export. Aber beide Vereine traten zunächst nicht für den Erwerb politischen Besitzes durch das Deutsche Reich ein, sondern wendeten ihre Aufmerksamkeit in erster Reihe Handels- und wirtschaftlichen Unternehmungen, sowie den Fragen