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Französische Agrarpolitik in Algerien : eine kolonialpolitische Studie / von Günther K. Anton
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Erstes Kapitel.

Das Land und seine Bewohner. Die Stellung Frankreichs.

Maghrib, Land des Sonnenunterganges, nennen die Araber denjenigen Teil des nördlichen Afrika, der politisch in Tunesien, Algerien und Marokko zerfällt. Dem Süden Europas auch geschichtlich näher liegend, als dem übrigen Afrika, stellt er gleichsam eine Insel dar, die im Osten und Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantischen Ocean bespült wird, während im Süden die Sandwogen des Wüsten­meeres dem vordringenden Verkehr ein gröfseres Hindernis entgegensetzen, als es im Norden die blauen Wellen des Mittelländischen Meeres thun, welche der Kiel eines Schnell­dampfers zwischen Marseille und Algier in 24 Stunden durch­schneidet.

In vorgeschichtlicher Zeit hing das Maghrib auch phy­sisch mit Europa zusammen. Die heutige Strafse von Gi­braltar wurde damals durch eine Landenge gebildet, welche die Sierra Nevada Südspaniens mit dem Gebirgszuge ver­knüpfte, der, hier beginnend, sich längs der Meeresküste bis zum Golfe von Tunis hinzieht. Wir nennen ihn heute die Berge des Teil oder den kleinen Atlas, zum Unterschiede von der Hauptkette dieses Gebirges, die gegenüber den kanarischen Inseln ihren Anfang nimmt und den an die