Siebentes Kapitel.
Unsere Hoffnungen und Aussichten.
er große und prinzipielle Wechsel der politischen Weltlage, der sich seit der Stabilierung der Prinzipien deutscher Politik in der Epoche Bismarcks und Kaiser Wilhelms I. vollzogen hat, läßt sich, wie wir gesehen haben, dahin zusammenfassen, daß sich auf der einen Seite Rußland, England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, wenn auch aus starker innerer Verschiedenheit ihrer Verhältnisse heraus, so doch in äußerlich verwandter Weise, unter den übrigen Großstaaten in besonderer Weise als Weltmächte zu entwickeln begannen und daß auf der anderen Seite wir sowohl durch das rasche Vor- anschreiten jener anderen als auch durch die wirtschaftliche Umwälzung im Gefolge der rapiden Volkszunahme bei uns selbst aus unserer wohlgesicherten und „saturirten" Lage als dominierende mitteleuropäische Kontinentalmacht fast plötzlich mitten in den Zustand einer gefährlichen nationalen Krisis hineingeraten sind. Jetzt handelt es sich für uns vor allem um die Frage, ob wir uns mit aller Anspannung unserer Kräfte noch einen Platz an der Seite jener voraneilenden Nationen erhalten, oder besser gesagt wiedergewinnen, ob wir uns auch fernerhin unter denjenigen Völkern behaupten können, von denen im zwanzigsten Jahrhundert und später die Weltgeschichte gemacht werden wird — oder ob wir uns damit bescheiden müssen, im Konzert der Weltpolitik auf einen Platz zweiter Klasse zurückzutreten.
Wir sahen dann weiter, wie bei jenen voranschreitenden großen Weltvölkern erster Ordnung die territoriale Ausdehnung ihres Besitzes über