Vorwort
ie nachstehende Arbeit ist entstanden aus dem Bedürfnis, dasjenige, was ich im Laufe einer zweijährigen Redaktionstätigkeit in der „Zeit" über auswärtige Dinge habe sagen können, soweit zu erweitern, daß sich wenigstens in den Grundzügen der Zusammenhang derjenigen politischen Hauptprobleme aufzeigen ließ, die unsere internationale Lage gegenwärtig beherrschen. Natürlich war es auch bei dieser „Erweiterung" weder möglich noch beabsichtigt, ein annähernd vollständiges System der auswärtigen Politik zu geben. Ein solches würde an Raum und Zeit im Vergleich zu dem, was mir von beidem hier zu Gebote stand, ein Vielfaches beanspruchen. Dazu kam, daß, während ich noch mit der Arbeit beschäftigt war, von Seiten unserer Kolonialverwaltung die unvorhergesehene Anfrage au mich herantrat, ob ich bereit sei, eine praktische Ausgabe in einem der wichtigsten Stücke unseres überseeischen Besitztums, Südwestafrikä, zu übernehmen. Die Verhältnisse gestatteten kein langes Besinnen, sondern forderten sofortigen Entschluß und sofortiges Hinausgehen, sodass, wenn diese Blätter in die Hände des Lesers gelangen, der Verfasser wahrscheinlich schon auf den Wellen des Atlantischen Ozeans dem Arbeits- fcldc, dem seine Kräfte nunmehr für einige Jahre gehören sollen, zuschwimmt. So fehlte aus der einen Seite bereits an sich die äußere Möglichkeit, vollständig zu sein, und auf der anderen nötigte der plötzliche Übertritt in neue Verhältnisse zu einem noch rascheren und kürzeren Abbruch der Arbeit, als eS sonst vielleicht möglich gewesen wäre. Trotzdem glaubte ich es wagen zu dürfen und lasse dieses Buch in seiner vielfach nur skizzenhaften Gestalt und mit seinen Lücken, die niemand besser kennt als sein Verfasser, hinausgehen. Alles, was an auswärtigen Problemen für uns in das Gebiet der Lebens-