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Deutschland unter den Weltvölkern : Materialien zur auswärtigen Politik / von Paul Rohrbach
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Sechstes ^apiiel.

Frankreich. Italien.

ir haben bei denjenigen beiden Staaten, welche uns bisher in besonderer Ausführlichkeit beschäftigt haben, England und Ruß­land, gesehen, wie völlig sich ihre Bedeutung für die deutsche Politik seit den Tagen der klassischen Politik Bismarcks gewandelt hat. England, das zur Zeit der Gründung des Deutschen Reiches am politischen Himmel als ein Gestirn stand, das uns direkt sehr wenig inter­essierte, da weder unsere Interessen sich irgendwo auf der Erde in nennens­wertem Grade kreuzten, noch eine feste Einbeziehung Englands, sei es als positiver, sei es als negativer Faktor in den Kalkül der deutschen Europa­politik möglich war England ist jetzt für uns zu einer Größe empor­gewachsen, die in täglich steigendem Maße die Weite unseres Gesichtskreises einzunehmen beginnt. Rußland dagegen erscheint vermöge einer verhängnis­vollen ökonomischen und politischen Entwicklung, wenn man von dem Gedanken des allgemeinen Weltbrandes absieht, als ein für absehbare Zeit, wenn auch noch nicht seiner Schätzung, so doch seiner tatsächlichen Aktionsfähigkeit nach mehr und mehr zu eliminierender Faktor.

Wie aber steht es mit Frankreich? Gilt auch für die Franzosen jene Erfahrung, die wir bisher auf jedem Punkte des Bismarckischen politischen Systems machen mußten daß unsere eigene wie die Entwicklung unserer Nachbarn und Mitbewerber in dem Streben nach politischer Weltgeltung das alte Schema entweder bereits völlig gebrochen und zertrümmert hat oder es zu tun im Begriffe steht?