I. Die Grundlagen der Farmwirtschaft.
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punkte. Endlich sei eines Mittels zur Auffindung des Grundwassers gedacht, das ja schon sehr viel von sich reden gemacht hat, nämlich der Wünschelrute. Tatsache ist, daß sie in den Händen verschiedener dazu geeigneter Personen auf ein und derselben Stelle — ohne daß diese den Betreffenden bekannt war — Wasser angezeigt hat. Es steht ferner auch fest, daß sie in einer ganzen Reihe von Fällen Wasser richtig angezeigt hat. Über den Grad der Wahrscheinlichkeit aber, mit dem ihre Angaben sich bewähren, kann man sich schwer ein Bild machen, da kein genügend großes und einwandfreies statistisches Material vorliegt. Jedenfalls sind die Fälle nicht selten, in denen sie irregeführt hat. Und so läßt sich zusammenfassend wohl sagen, daß es sich nur empfiehlt, dort zu bohren, wo alle verschiedenen Gründe für Wasser sprechen. Nur dann wird sich der Farmer vor zeitraubenden und teuren Mißerfolgen einigermaßen schützen. Aber auch, wo solche trotz aller Vorsicht eintreten, darf er den Mut nicht verlieren, und muß immer wieder von neuem versuchen, und alles, auch das Letzte daran setzen, zuverlässiges Wasser zu erschließen; denn dies bildet die unerbittlich notwendige Grundlage für alle weitere Wirtschaft.
B. Die wirtschaftlichen Grundlagen der Farmwirtschaft.
1. Die Verkehrsverhiiltnisse.
Der Güterverkehr vollzieht sich in zweierlei Form: in der Hauptsache mittelst Wagen und Karren auf den Straßen und zum Teile bereits per Eisenbahn.
Die Straßen Deutsch-Südwest-Afrikas führen im dortigen Sprachgebrauche den, von den Buren stammenden Namen „Pad“ und wir werden gut tun, diesen ebenfalls zu gebrauchen; vor allem, um nicht durch das Wort „Straße“ bei demjenigen, der die Kolonie selbst nicht kennt, Vorstellungen auszulösen, die für uns Europäer damit verknüpft sind.
Die Pads in Südwest sind sämtlich lediglich durch den Gebrauch entstanden und werden nur durch diesen imstande erhalten. Ein Ochsenwagen, von einer stattlichen Reihe von Tieren mühsam und ohne jedwede Eile gezogen, sucht sich seinen Weg durch den Busch: wo dieser licht und eben ist, geht es in gerader Linie immer weiter; denn das ist der kürzeste Weg. Stößt man aber auf erhebliche Bodenunebenheiten oder schließt sich der Busch dichter und dichter: dann ist Ausweichen das beste Mittel; es kostet wenig Mühe, Zeit aber hat man im afrikanischen Busch ja immer genug. Wo nun einmal ein Wagen gefahren ist, da fährt ihm, wenn er die gleiche Richtung verfolgt, meist wahllos auch der zweite nach und so alle folgenden. Es entsteht ein Weg; und wird er öfter benutzt, so daß das Gras wenigstens in den beiden tiefen Gleisen der Räder abstirbt, und diese dadurch deutlich markiert werden, so haben wir es bereits mit einer regelrechten Pad zu tun. Nur die sehr häufig und ganz regelmäßig benutzten Pads tragen in ihrer ganzen Breite keinen Graswuchs mehr und erwecken so die Vorstellung einer europäischen Straße, würden bei uns aber