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Betriebsverhältnisse der Farmen des mittleren Hererolandes (Deutsch-Südwestafrika) / von Johannes Gad
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Einleitung.

Die Wissenschaft der landwirtschaftlichen Betriebslehre fußt auf der ge nauen Kenntnis aller, der Landwirtschaft zugrunde liegenden und sie in ihren Erfolgen beeinflussenden Verhältnisse, deren gesetzmäßige Zusammenhänge sie zu erforschen hat, um auf Grund der Kenntnis dieser der Landwirtschaft die Wege zur weiteren Entwicklung weisen zu können.

Diese allgemeine Aufgabe vor Augen, sieht es der Verfasser als Zweck vorliegender Arbeit an, vor allem eine objektive, so weit als möglich zahlen­mäßig begründete Darstellung des von ihm zur betriebswirtschaftlichen Be­arbeitung erwählten Gebietes deutscher Kolonial-Wirtschaft zu gehen. Des weiteren hofft er, auf Grund der exakten Darstellung des bisher Geschehenen wie des heute Bestehenden in einigen Punkten Hinweise liefern zu können, in welchen Bahnen sich die wirtschaftliche Weiterentwicklung zweckmäßigerweise zu bewegen habe.

Als fruchtbarste Methode betriebswissenschaftlicher Untersuchung hat es sich erwiesen, die landwirtschaftliche Praxis selbst zu befragen und so die zur weiteren Erforschung der Zusammenhänge notwendige Kenntnis der tatsächlichen Zustände zu erhalten.

In klarer Erkenntnis der Zweckmäßigkeit dieses Weges hat es die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft unternommen, die gesamte deutsche Landwirtschaft­in charakteristische Einzel-Gebiete zerlegt, genau erforschen zu lassen. Das ge­wonnene, reiche Material ist in den HeftenBetriebsverhältnisse der Deutschen Landwirtschaft niedergelegt. Als der Verfasser vorliegender Arbeit an die sich selbst gestellte Aufgabe herantrat, die Betriebsverhältnisse südwest-afrikanischer Farm Wirtschaft zu studieren, lag es nahe, ähnlich zu verfahren, wie es bei den Erhebungen für die erwähnten Arbeiten für die Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft geschehen war. Im wesentlichen wurde die gleiche Methode in Anwendung gebracht.

Nur mußte der den Erhebungen zugrunde gelegte Fragebogen naturgemäß abgeändert und den von den heimischen Verhältnissen stark abweichenden der Kolonie angepaßt werden. Auch wurde bei der Bearbeitung des gewonnenen Materials der Schilderung der allgemeinen Verhältnisse des Landes ein breiterer Raum gegönnt, da ihre Kenntnis in Deutschland nicht ohne weiteres vorausge­setzt werden kann. Demgegenüber mußte die Schilderung betriebstechnischer Details teilweise lückenhaft bleiben, was in den noch wenig entwickelten Ver­hältnissen der südwest-afrikanischen Farmwirtschaft begründet liegt.

1 Gnd, Betriebsverhältniase der Farmen.