und Vollstrecker des Willens des Mutterlandes sein sollten, ging dock von den Dominions sogar der Vorschlag aus, die Britische Regierung möge demnächst auch einmal in ihren Kapitalen auf Reichskonferenzen Rede und Antwort stehen.
Die Britische Regierung suchte sich die selbstbewußten Dominions dadurch zu verpflichten, daß sie ihnen die Mitverantwortung für ihre Politik auflud.
Inwieweit die Besprechungen im vertraulichen „Defence Committee“ die Entschließungen der Dominions zur Beteiligung an den Lasten zur Reichsverteidigung beeinflußt haben, ist bereits früher vorweg genommen worden 1 ).
Es mochte der Britischen Regierung eine Stunde der Erleichterung sein, als derjenige Mann, welcher es im kanadischen Parlament wagte, die angebliche Gefährdung der Vormachtstellung Englands als eine Einbildung zu bezeichnen, der Macht entsagen mußte, als Sir Wilfrid Laurier, der selbst einst die Beteiligung an den „Councils“ des Reiches verlangt hatte, nun aber den geschlossenen Reichsbund auf Kosten der Selbständigkeit der Dominions am entschiedensten ablehnte, die Führung der kanadischen Geschäfte seinen Händen entwunden sah.
Die Reichskonferenzen sollen nach dem Willen der britischen Regierung, dem Willen der britischen Parlamentsparteien und schließlich auch nach dem Willen des Herrn Ward aus Neuseeland in der einen oder anderen Form, so oder so ausgebaut 2 ), höchste Regierungsgewalt des Empire werden.
Das hat jedenfalls die erste Reichskonferenz von 1911 klar ersichtlich gemacht.
VII.
Der Weltkrieg ist 1914 ohne Befragen der Reichskonferenz zum Ausbruch gekommen. Die Dominions haben dem Mutterlande ausnahmslos Heerfolge geleistet, unter welchen Bedingungen und mit welchen Einschränkuugen, das ist aus den Veröffentlichungen über die späteren Beratungen Asquiths und Greys mit ihren ministeriellen Kollegen aus den fünf überseeischen Nationen des Greater Britain nicht bekannt geworden.
Wir wissen, daß Kanada angeblich über 350000 Mann nach Europa gesandt hat, daß unter diesen Freiwilligen aber
0 Siehe Seite 86.
8 ) Von Lloyd George soll neuerdings nach Zeitungsmeldungen der Vorschlag ausgehen, das englische Oberhaus durch Aufnahmen von Vertretern des Dominions zum ,.Reichsrat*' umzugestalten.