folge hat“ — noch war die Zeit nicht gekommen, in der eine Parteiregierung in England es wagen konnte, das Programm des Greater Britain durch die Forderung des Schutzzollsystems zugunsten der Kolonien zu ergänzen.
Bei diesen Verhältnissen konnten die Ergebnisse der ersten Kolonialkonferenz auch in der Frage des Zollvereins erst in der Zukunft liegen, wie es Lord Salisbury vorher gesagt hatte.
III.
„Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, in der das Mutterland den Wünschen der Kolonien mehr Rechnung tragen wird.“ Diese auf der ersten Kolonialkonferenz mehrfach geäußerte Hoffnung auf einen Sieg der mit dem Namen Chamberlain untrennbar verknüpften Tarifreformhewegung in England zeigt, daß der Schlüssel der Situation nicht in den Händen der sich ihrer politischen und wirtschaftlichen Schwäche bewußten Kolonien, sondern in den Händen der Großbritannischen Regierung lag. Der Streit um die drei Stichworte der Konferenz: Föderation, Reichsverteidigung und Zollunion mußte erst im Mutterlande ausgefochten werden, ehe sich die Richtung ergab, in der sich die Zukunft des britischen Reiches als eines bis dahin staatsrechtlich kaum definierbaren Konglomerates von Vereinigten Königreichen, Dominions, Kolonien mit und ohne Selbstverwaltung und Besitzungen weiterhin entwickeln sollte.
Er ist im klassischen Lande des Freihandels, im Lande der Anti-Corn-Law-League, zunächst mit aller Heftigkeit entbrannt um die Frage der Tarifreform. Gemeinsame Zollschranken gegenüber dem Auslande und Vorzugsbehandlung der Teile des Reiches untereinander als Vorstufe der Föderation, in dieser Forderung begegneten sich die Ziele der Tarifreformer in England mit den Wünschen jener Kolonien, die es nicht für opportun hielten, in Fragen der Handelspolitik volle Freiheit der Entschließung zu fordern.
Dem Kabinett Salisbury machten zunächst allerdings andere heimische Sorgen das Leben sauer, nämlich die irische Frage, über die es fünf bewegte Jahre nach der ersten Kolonialkonferenz zu Falle kam, um dem vierten Ministerium Gladstone Platz zu machen.
„Homerule“ für Irland auf dem Programm der britischen Regierung bedeutete aber auch jedesmal eine Verneinung