Print 
Die deutschen Kolonien (Land und Leute) : zehn Vorlesungen / von Adolf Heilborn
Place and Date of Creation
Page
106
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

106

Der Bismarckarchipel.

Missionen mit ihren Schulen. An evangelischen Missionen sind hier tätig: die Rheinische Missionsgesellschaft (Barmen), die in der Astrolabebai Stationen unterhält; die Missionsanstalt von Neuen- Dettelsau (Bayern) mit Stationen in der Umgegend von Finsch- hafen; an katholischen: die Gesellschaft des Göttlichen Wortes (Steyler Mission) mit Stationen bei Berlin- und Potsdamhafen. Die Verbindung mit dem Mutterlande hält eine Zweiglinie des Norddeutschen Lloyd (über Hongkong, Manila) aufrecht. Die Dampfer laufen Friedrich-Wilhelmshafen an (Verbindung mit Potsdam- und Berlinhafen, mit Stephansort und Finschhafen) und gehen dann über Simpsonhafen (im Bismarckarchipel), den Sitz des Gouverneurs, nach Australien (Sydney). Postagenturen bestehen in Stephansort, Friedrich-Wilhelms-, Berlin- und Finschhafen. Die Ausfuhr betrug 1905: rund 156000Mk., vornehmlich Kopra, Kapok und Perlmutterschalen; im Jahr 1906 nahm in der Aus­fuhr auch Kautschuk bereits einen ersten Platz ein. Die Einfuhr belief sich 1905 auf rund 666000 Mk., vornehmlich Lebensmittel, Metalle, Gewebe und Getränke.

2. Der Msmarckarchipel.

Die Geschichte der Entdeckung und Erwerbung des Bis- marckarchipels ist eng mit der Neu Guineas verknüpft. Der erste, der die Salomonen und wohl auch die Ostküste Neu-Mecklenburgs betrat, war der spanische Admiral Mendana (1568 bzw. 1595). Er gab der Gruppe den NamenSalomonen", in der Meinung, hier das Ophir des biblischen Königs, die Quelle der Goldschätze Salomos, gefunden zu haben. Dieser ersten Entdeckung eines kleinen Gebiets der melanesischen Inselwelt folgten bald neue, und wir begegnen nun fast allen jenen Entdeckernamen hier wieder, die uns schon aus der Geschichte Neu-Guineas bekannt sind. Aber auch in das Dunkel dieses Archipels brachte erst das 19. Jahrhundert mehr Licht. Um die Mitte der siebziger Jahre ließen sich dann in der Gruppe die ersten europäischen Ansiedler nieder: Godeffroy er­richtete in der Neu-Lauenburggruppe, die Firma Robertson und Hernsheim (Hernsheim und Ko.) auf der Insel Matupi in der Blanchebucht eine Handelsstation, und diese beiden Pioniere deutscher Zivilisation dehnten ihre Tätigkeit, die späterhin die Grundlage für die deutschen Ansprüche auf dieses Gebiet abgab, bald auch über andre Teile des Archipels aus. Sie hatten anfänglich mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, Schwierigkeiten, die ihnen vor allem