f ^ Vorwort zur ersten Auflage
! j Das vorliegende Büchlein ist aus den Vortragszyklen hervor- I gegangen, die ich im Auftrage der Deutschen Kolonialgesellschaft (Ab- ! teilung Berlin-Charlottenburg) im vorigen Jahre vor einer außer- , ordentlich großen Hörerschaft von Lehrern und Studierenden — ein , Erlaß des Kultusministers forderte zum Besuche auf — im Kolonial- > museum zu Berlin hielt. Die Vorlesungen zeigten mir, wie unglaublich gering die wirkliche Kenntnis unsrer Schutzgebiete selbst in solchen Kreisen ist, in denen man Interesse an den deutschen kolonialen Unternehmungen, und sei es nur ein wissenschaftliches, doch voraussetzen zu können glaubt. Deshalb bin ich dem vielfach geäußerten Wunsche meiner Hörer nach Herausgabe dieser volkstümlichen Vorlesungen gern nachgekommen. Bei der Schilderung i unsres Besitzes habe ich das Hauptgewicht auf die geographische und ethnographische Beschreibung gelegt. Es erübrigt sich wohl zu ver- Z sichern, daß ich mich überall auf das zuverlässigste Quellenmaterial gestützt und die neusten Forschungen berücksichtigt habe. Das Büchlein wird, hoffe ich, einen allgemein orientierenden Überblick über Land und Leute unsrer Kolonien geben können und soll zum Studium unsrer teilweise hervorragenden Kolonialliteratur anregen. Der Rechtschreibung der geographischen Eigennamen — ein Schmerzenskind aller Kolonialschriftsteller — wurde die halbamtliche des Kolonial- ^ atlas zugrunde gelegt. Für gütige Überlassung von noch nicht veröffentlichtem Jllustrationsmaterial bin ich in erster Linie dem um die Einführung von Kolonialprodukten so hochverdienten Kolonialhaus Br. Antelmann (Berlin), der Berliner Mission (bzw. Herrn Missionssuperintendenten v. Merensky), derKolonialgesellschaft, dem Kolonialwirtschaftlichen Komitee (Berlin), der Direktion des Kolonialmuseums, O Herrn Direktor Stolzenburg (Molyko) und andern Freunden der kolonialen Sache zu großem Danke verpflichtet.
Steglitz, im September 1905.
I)i'. ium>. Adolf Heildorn.