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Die deutschen Kolonien (Land und Leute) : zehn Vorlesungen / von Adolf Heilborn
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Kamerun.

Faktoreien usf. Ein wirtschaftlich bedeutsamer 240 nr langer Damm verbindet, durch die Lagune führend, Anecho mit Adjido. Die übrigen Regierungsstationen sind kleiner. In Lome wie in Sebevi ist eine mehrklassige Regierungsschule eingerichtet, die gut besucht, und in der auch Handwerksunterricht erteilt wird.Drei Missionsgesellschaf­ten üben im Togogebiet ihre erfolggekrönte, erzieherische Tätigkeit: die Norddeutsche (Bremer) Missionsgesellschaft, die (katholische) Steyler Mission (Missionsgesellschaft des göttlichen Wortes")und die Londoner WeslepanischeMethodistenmission. Sie alle unterhalten zahlreicheSta- tionen und Nebenstationen bis weit ins Innere hinein mit gut besuchten Schulen. Die Verbindung mit Europa vermitteln die Dampfer der Woermann-Linie (Lome-Hamburg in 17 Tagen), sowie eine eng­lische und französische Gesellschaft. Post-, bzw. Telegraphenanstalten be­sitzt Togo 29.Die Ausfuhr betrug i. I. 1906: 4199 366 Mk. Ausgeführt wurden namentlich Kautschuk, Ölpalmenprodukte, Mais, Rohbaumwolle, Vieh und Wild, Schibutter, Kakao, gewerbliche Erzeug­nisse usf. Die Einfuhr betrug im gleichen Jahre: 6 432 812 Mk. Eingeführt wurden namentlichTextil-und Filzwaren (1902 304 Mk.), Erzeugnisse des Landbaus und der Forstwirtschaft (1 678 200 Mk.), Metalle und Metallwaren (532265 Mk.), Mineralien u. Mineralöle (304316 Mk.), Tiere und tierische Erzeugnisse, Papier und Pappwaren.

Kamerun.

Wohl kaum ein zweiter kolonialer Name ist bei uns so volks­tümlich geworden und geblieben wie jener, den einst die portugie­sischen Entdecker dem Küstenstrich und -fluß an der Biafrabai ob der ungezählten Scharen von Krabben (oaiuarao) gaben, wie: Ca- meroons oder Kamerun.

Auch die Erwerbung Kameruns war gleich der Togos wet­tern Kreisen eine völlige Überraschung, und doch ging auch hier ein jahrelanges Mühen und Ringen der schließlichen Besitzergreifung voraus. Schon um die Mitte des verflossenen Jahrhunderts hatten deutsche Kaufleute allen voran der Hamburger Woermann hier Handelsbeziehungen angeknüpft und Ausgangs der sechziger Jahre im Kamerungebiet die ersten Faktoreien gegründet. Ziemlich gleichzeitig waren aber am Kamerunfluß auch Niederlassungen eng­lischer Firmen entstanden, und als nun Woermann, um seinen Vorteil ausnutzen zu können, daran ging, eine regelmäßige Dampfer­verbindung Hamburg-Kamerun zu schaffen, begann sich der Handels-