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Vom Atlantik zum Tschadsee : Kriegs- und Forschungsfahrten in Kamerun / von Hans Dominik
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Fünftes Kapitel. Deutsch - Sudan.

'o waren wir also am letzten Apriltage des Jahres 1902 an der Grenze des alten Kaiserreiches Bornu, dessen ge­schriebene Geschichte bis in das zwölfte Jahrhundert zurück­reicht und dessen Verbindungen mit Europa nicht über den Atlantischen Ozean führen, von dem wir kamen, sondern durch die Sahara zum Mittelmeer.

Mit Spauuuug ritt ich gegen 10 Uhr auf das erste geschlossene Dorf zu, das iu bewässerter Ebeue lag. Am Dorfraude standen Kanuris in weiten Hosen und blauen Toben, die ueugierig nach uns ausschauten. Die geräumigen, ruudeu Hütten mit Wänden aus Rohr, wareu von außen mit Lehm beworfen. Die hohen Strohdächer, deren First ein Straußenei zierte, die un­regelmäßigen Straßen und Zäune, viel Kleinvieh und Esel ohne Aufsicht, hier und da ein zahmer Strauß, alles machte uoch den Ein­druck, wie es Barth so meisterhaft beschreibt. Mich erinnerte das Ganze mit den vielen schmutzigen Kiudern, die neugierig herumstanden, an die verwahrlosten Fellachendörfer in Ägypten. Die Leute, hohe, magere Gestalte», nieist bräunlich gefärbt, mit Schnittnarben auf beiden Backen, waren freundlich uud nirgends ängstlich.

Zwischen Durrah- und Baumwollfeldern ritten wir im Flußtal entlang, das uns bis Dikoa begleiten sollte, von Dorf zu Dorf. Mittags rasteten wir zwei Stunden uuter einem Brotfruchtbaum, dessen gewaltiges Blätterdach für uns alle genügend Schatten gab. Ich hatte mich eben auf meine Decke gelegt und betrachtete besorgt uusere abgetriebeueu Pferde, als mir plötzlich eiue grüue, armlauge