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Vom Atlantik zum Tschadsee : Kriegs- und Forschungsfahrten in Kamerun / von Hans Dominik
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Drittes Kapitel.

Durch Süd-Adamaua nach Garua.

ir waren iu Adaniaua. Adamaua ist ein politischer, kein geographischer Begriff. Das Land ist so genannt nach Adanm, dem großen Fullaheroberer, der um 1812 Jola am oberen Benue gründete. Fullahritter legten Ngauiudere, Tibati und Banjo zuerst als Kriegslager im Heidenlande an, die sich zu festeu Städteu entwickeltem Dann ließ ihr Feldhauptmann sich in Jola zum Lamido") weihen. Der Herrscher dort war von Sokoto zum Emir") bestellt und znm geistlichen und weltlicheu Oberhaupt Adamauas gemacht worden. Sämtliche Adamaua-Fürsten wareir dem Emir oon Jola tributpflichtig ilud mußten ihm Heeresfolge leisten. In demselben Verhältnis stand dieser Kircheufürst selbst zu Sototo, wo er als Zeichen seiner Herrschaft von dem seril<i Nus!emin (Herrscher der Gläubigen) ruw du ruunni (Banner und Turban) erhielt.

Adaniaua ist erobertes Land, die Träger der Herrschaft sind die mohanunedanischen Fnllahs, ein semitisches Hirtenvolk. Nom Senegal und Gambia bis an den Logone haben sie sich in hundert Jahreu fast alles Land unterworfen, die Beherrschten oder Bekriegten sind die Ureinwohner des Laudes, die Heiden, vou deu Fnllahs in ihrer Ge­samtheit urnnni (Heiden) oder Ks.de (Sklaven) genannt.

Soweit das Auge reichte, marschierteil wir dnrch eine eintönige, graue, mit niederem Gras und eiuzelueu Bünmeu bestandene, steinige Ebene, in der leicht gewellt Berg und Tal wechseln; eiuige elende

> ^mnido ist ein iveltlicher Titel, ivälnend Emir die tirchliäie Viirde bezeichnet.