Erstes Kapitel.
Nach Kamerun.
as war einmal wieder ein fröhliches Fest beim kleinen Pfordte in Hamburg, wie es so oft von Abschiednehmenden gefeiert ist und noch gefeiert werden wird, wenn Deutschlands Söhne zur See gehen und in die Fremde ziehen.
Am 10. Juli 1901 fuhren Nolte und Madai, unsere alten Kameraden von der Schutztruppe, wieder hiuaus nach Kamerun, und Bülow uud ich hatteu ihneu vou Berlin aus das Geleit gegeben.
Als wir die mächtige „Alexandra Woermann" die Trossen loswerfen und in den blauen Sommermorgen hinausdampfen sahen, ergriff uus die Afrikapassion wieder mit voller Kraft. Am liebsten wären wir den Kameraden nachgesprungen und heut schou mit ihnen nach Kamerun gefahren; aber Bülow hielt auf Monatsfrist die Sonnenwarte in Potsdam, mich das Orientalische Seminar in der Heimat fest, und so mußten wir uns darauf beschränken, die Hüte zu schwenken und den glücklichen Scheidenden ein „Auf Wiedersehen in Kamerun" zuzurufeu.
Nirgends ist es mir so deutlich geworden als in Hamburg, weuu ich anderen das Geleit gab, die hinauszogen, was während meines Kriegsakademiekommandos des öftereu vorkam, wie feste Bande mich mit Kamerun verknüpften. So muß dem Hühnerhund zu Mute sein, den sein Herr an der Leine hält, während ein anderes Tier das Rübenfeld abreviert und vor dem gefederten Wilde steht. Dieses Mal wareu wir zu zweien, hatten den ganzen Tag vorher gefeiert und halfen uns mit Plänemachen im D-Zug über die Zeit bis nach
Doininik, Vom Atlantik zum Tschndsee, 1