Zweites Kapitel. Von der Küste bis an die Grenze Adamauas.
lie eine schöne Frau mit einer Perlenkette um den weißen Hals, iu laugem dunklen Samtgewand, mutet das Meer mit der weithin sichtbaren Linie der brausenden Brandung, dem weißeu Straud uud dem unendlichen dunklen Urwald dahinter an. Manche Erinnerungen verkuüvfen mich mit Kribi. Zum ersten Male hatte ich es im Jahre 1894 mit dem braven Büchsenmacher Zimmermann gesehen, dann oft in des Bezirksamtmanns v. Oertzen gastlichein Hause, aus dem Busch kommend oder in den Bnsch ziehend, geherbergt, und au derselbeu Stelle, an der heute das Boot den Strand des mündenden Kribiflnsses berührte, hier in den Ozean hatte ich vor vier Jahren meinen Elefanten sorgenvoll, wie er wohl heimkommen würde, verladen.
Vom Bezirksamtmann Dorbritz, den bekannten Vätern der katholischen Mission, von den Kaufleuten Duuckhorst, Ziriacks und Petersen, den sogenannten Löwen der Batcmgaküste, begrüßt, gingen wir die breite Mangoallee zu dem 1/4 Stuude eutferuten Bezirksamt hiuauf. Auch der Häuptling Ewahe hatte sich eingefunden, in dessen kleines Fischerdorf 1887 Kund, Tavvenbeck und Weißenborn gekommen waren, um als erste deu Versuch zu machen, in den unheimlichen Urwald einzudringen. Von diesem wußte man damals nur, daß riesige Elefauteu- herdeu ihn durchzogen und daß die heimatlosen Bakelles, die zu den auf niedrigster Kulturstufe stehenden Zwergvölkern gehören, in ihm als Jäger herumschweiften. Als dauu ihr kühues Begiuueu der Erfolg krönte, andere Forscher und Kaufleute ihueu nachzogen und