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Tippu Tip : Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten ; nach seinen eigenen Angaben dargestellt / von Heinrich Brode
Entstehung
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46
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sechstes Kapitel.

hittMg itt Rrua.

Ouobus osrt^lltidlls Ag,uäst, tsrtius.

I n h a l t: Mnernsee. Kongo. Einmarsch nach Urua. Schwäche der Grenz- bevöllernng. Tropfsteinhöhle» als Unterschlupf im Kriege. Besuch der Höhlen, Aus­räucherung durch Msire, Schlechte Geschäfte Lei Sultan Kajumbe, Einladungen von Mrongo Tambwe und Mrougo Kassnnga. Huldigung seitens des Mairc, Kampf mit Kajumbe und Abmarsch. Nochmalige Einladung Mrongo Tambwes. Der Kissalesee; seine Bedeutung für die Umgegend und Kampf um ihn, Feindseligkeiten des Mrougo Kafsanga, seine Besieguug und Einsetzung des Mrongo Tambwe als Sultan, Kein Elfenbein, Teilung der Karawane; Snid bin Ali nach Katanga, Tippn Tip nach Jramba, Zusammentreffen mit Juma Merilano am Ulcugcsee. Camerons Bericht über diesen Araber, Vergeblicher Versuch, deu Stammesgenossen als Begleiter zn gewinneu und allein weiter.

achdem so auch das mächtige Lundareich botmäßig gemacht worden war, ging es zunächst in nördlicher Richtung an: Muerusee entlang, bis man zur Residenz des Sultans Mpueto gelangte. Hier tritt unter dem Namen Luapnla der Kongo aus dem See. Der Fluß ist dort natürlich noch schmal und wurde unschwer in Boten überschritten. Auf dem linken User lag Urua, das Ziel der Reisenden. Von der viel gerühmten Macht des Landes war zunächst noch nicht viel zu spüren. Die Eingeborenen waren schwach von Körperbau, viel­fach durch Kröpfe entstellt und huldigteu in übertriebener Weise dem Gennß von Tabak und Hanf, eine Leidenschaft, die ihnen seitens ihrer westlichen Nachbarn, denen das Rauchen unwürdig erschien, den Spott­namen Wahemba, watumwa vuaka, d. h. die Sklaven des Tabaks, eintrug. Als Grenznachbarn des räuberischen Nsama und Kasembe mögen sie stetigen unerwarteten Überfällen ausgesetzt gewesen und da­durch besonders scheu und ängstlich gemacht worden sein. Dazu wies sie die natürliche Beschaffenheit ihres Gebiets von selbst auf die Defen­sive hin. Das Land war reich an Höhlen, die tief in die Berge hin­ein gingen und vielen hundert Menschen bequemen Schutz bieteu konnten. Da sie Tropfsteinbildungen waren, war an Wasser im Innern kein Mangel. Lebensmittel konnten in beliebiger Menge mitgenommen werden, wurden auch, wenn die Zeiten gerade kriegerisch waren, Wohl im Voraus dort aufgespeichert. Tippu Tip berichtet von dein Besnch einer solchen Höhle, die zwei Eingänge hatte und an ihrer größten