Druckschrift 
Tippu Tip : Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten ; nach seinen eigenen Angaben dargestellt / von Heinrich Brode
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

Viertes Aapitel.

.rlebnW itt Sangbar Mb neue Ieife nach Hentml'afriKa.

?sr ÄiiZusts, g.ü auZust».

Inhalt: Neue Reisepläne. Vanyaueu und Verhandlungen mit muhamedn- nischen Indern. Eifersucht zwischen diesen. Reisevorbcrcitungen. Ein Teil der Lasten wird voransgesandt. Leichtsinnige Behandlung von Pulver und Strafe dafür. Im Gefängnis. Sir John Kirk, Reise nach Bagamoyo, Vorausmarsch von Muhamed bin Masud. Abschied in Daressalaam und Zanzibnr, Aufbruch und Zusammentreffen mit vorausmarschiertcr Karawane ni Ugogo. Cholera. Feindliche Eingeborene. Wegen Trägermangels werden Waren vergraben. Über Tura nach Rubnga. Zusammen­treffen mit Vater. Einzug in Tabora. Neue Heirat des Vaters. Zwist mit Mlasiva. Überfall der Wangoni. Niederlage der Taboraarabcr. Unentschlossenheit. Ergebnis­loser Kriegszug Tippu Tips. Furcht der Taboraleute. Weiter nach Ugalla.

n Zanzibar begann für Tippu Tip nach den langen Wander­jahren eine Zeit der Erholung, die er sich, an Geld und Ehren reich geworden, nach Wunsch behaglich gestalten konnte. Doch wie es den Europäer, der einmal von der Tropensonne Afrikas beschienen wurde, der Motte gleich, die ans Licht fliegt, stets wieder nach dem Palmenlande zurückzieht, so duldete es den an das Leben in der Wildnis gewöhnten Reisenden nicht lange in der müßigen Ruhe der Großstadt. Nach wenigen Monaten schon trägt er sich mit neuen Reisepläuen, die unterstützt werden von dem Sultan selbst, dein natur­gemäß nur daran gelegen sein konnte, wenn das ferne Innere nach Möglichkeit von Arabern erschlossen wurde. Erstens brachte es reiche Ausbeute an Elsenbein und Sklaven ins Land und dann erhöhte es auch den politischen Einfluß des Sultans, wenn möglichst viele seiner Untergebenen im Innern Bedeutung gewannen. Deshalb bot er Tippn Tip auch finanziell seine Unterstützung an, indem er die von ihm ab­hängigen Banyanen anwies, ihm bis zu jeder gewünschten Höhe Kredit zu geben.

Banyane ist ein Sammelname, unter dem man in Ostafrika alle heidnischen Inder versteht. Sie zerfallen in eine große Anzahl von Kasten, deren höchste die der Priester (Brahminen) ist. Die andern höheren Kasten, unter denen hier besonders die Batias und Wanvans vertreten sind, sind alle Kaufleute und erfreuen sich zumeist großen Wohlstands, den sie freilich nicht immer aus einwandfreie Weise er-