Druckschrift 
Tippu Tip : Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten ; nach seinen eigenen Angaben dargestellt / von Heinrich Brode
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

Fünftes Rapitel.

o« Ugalla Zum Annbareich.

DI siv bil sin ^vg, 1 ant bil sul v^s, 1 u6Kun bil u6uun ^va s sin bis ^iv.

(Auge uni Auge, Nase um Nase, Dhr um Ohr, Zahn um Zahn.)

Kuran, Suret el Maide, 5, Vers 4S.

Inhalt: Die Sultane Taka und Rijowc, Die Reisenden werden ausgenützt, Tippu Tips Besuch beim Sultan und Streit aus geringfügiger Veranlassung, Takas Tod und Flucht der Seinen, Leute, Fahnenflucht der Wauyamwesi, Rückkehr der Schensis und ihre Besiegung, Intervention der Taboracirabcr und Friede, Ueber Uluuongo »ach Fipa, Weiter am Tauganila entlang nach Jtahua, Vergiftung durch Maniol und Heilmittel, Wieder bei Zisnma, Elefauteujäger, Abstecher nach Ruembn. Das Lundarcich und die Kasembes, Livingstones Erzählungeu, Ungastlicher Empfang, Kampf nud Sieg, Einsetzung eine? neuen Snltans.

^HiHir Ugalla herrschte dem Namen nach als Sultan ein gewisser ^« Taka, in Wirklichkeit regierte jedoch sein jüngerer Bruder Rijowe, der nach Tippn Tips Schilderungen ein großer Tyrann war und den Reisenden die denkbarsten Schwierigkeiten bereitete. Er wohnte in einer großen Stadt, die mit Brüstungen und Laufgräben stark befestigt war. Der Karawane gestattete er, außerhalb der Feste in einer Ent­fernung von einer Viertelstunde ihr Lager aufzuschlagen. Tippu Tip wollte in seinem Lande für acht Tage Wegzehrung kaufen, die er zum Weitermarsch nach Ukongo gebrauchte, erhielt die Erlaubuis jedoch erst, nachdem er fünf Rinder und hundert Kleider gezahlt hatte. Darauf durfte er seine Einkäufe machen und übergab seinen Leuten die Wegzehrung in Gestalt von Mtama (Negerkorn), das sie alsbald zu stampfen begannen, teils in dem Lager, teils in der Stadt selbst. Leider sollte ihnen dieser Mtama zum Zankapfel werden.

Am Morgen des zweiten Tages war Tippu Tip zum Sultan zur Audienz befohlen. Mit einem Gefolge von 16 Leuten, die der Vorsicht halber scharf geladene Gewehre bei sich hatten, begab er sich in die Stadt. Auf dem Wege begegnete ihm einer seiner Suahelis, der voll Zorn erzählte, ein Wilder habe ihm seinen Mtama aus­geschüttet und ihn selbst mit Fäusten bearbeitet. Er gehe jetzt, sein