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Tippu Tip : Lebensbild eines zentralafrikanischen Despoten ; nach seinen eigenen Angaben dargestellt / von Heinrich Brode
Entstehung
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Drittes Aapitel.

Keife nach HtahM.

Er luar von je ein Bösewicht, Ihn traf des Himmels Strafgericht. F. Kind (Freischütz).

Inhalt: Reise zum Taugauika. Erlebnisse von Tippu Tips Bruder. Indisches Geschäftstrcibeu. Hungersnot an der Küste. WanyamwezitrKger nicht zu bekommen. Wasaramo angeworben. Flucht sämtlicher Träger. Nachezug durch Usnramo-Kingugwa- chuiundKumbalumba. Urori. Sultan Miercre. Günstige Haudelsverhüllnisse. Nuemba^ Weitermarsch nach Jtahua. Sultan Nsama im Rufe groszer Macht und Grausamkeit. Reichtum und Kraft des Landes. Befestigte Residenz. Tippu Tips eigener Bericht über deu Empfang, seinen Verrat und seine Besieguug, Flucht und Verfolgung. Reiche Beute. Rückkehr nach Urungu. Zusammentreffen mit Livingstone. Dessen Schilderungen und ihr Verhältnis zn Tippu Tips Erzählungen. Dessen Stellung zu den Europäern. Lioingstoues Zusammentreffen mit Nsama. Bedeutung des Namens Tippn Tip. Rück­marsch nach Urori und Abstecher nach Tabora. Untreue des VertrnueuSmamies in Urori. Rückkehr nach Daressalaam. Verhältnisse dort. Mit Sejjid Majid nach Zanzibar.

n Zanzibar erledigte Tippu Tip zunächst einige Geschäfte seines Vaters, er verkaufte dessen Elfenbein und sandte ihm weitere Tauschwaren ins Innere. Er selbst jedoch zog vorderhand nicht wieder nach Nnyanyembe, sondern begann auf eigene Hand zu reisen. Da er als junger Anfänger naturgemäß nur wenig Kredit hatte von einem bis zn tausend Dollar mußte er sich Geld zusammen borgen so begnügte er sich zunächst mit kleineren Unternehmuugeu, dehnte aber, als er damit Glück hatte, seine Züge weiter ins Innere aus und imteruahm schließlich eine größere Reise in die Landschaften des Tanganika, die ihm viel Elfenbein und wahrscheinlich auch viel Sklaven einbrachte. Als er von dieser Tour nach Zanzibar zurückkehrte, wareu seit jener ersten Reise nach Tabora 12 Jahre vergangen. Jnuer- halb dieser Zeit war er ein reicher Mann geworden.

Schlechter war es seinem jungen Halbbruder und Freuud Muhamed bin Masud el Ward? ergaugcn, den er nach langer Trennung jetzt zum ersten Mal in der Heimat wiedersah. Dieser hatte inzwischen auf andere Weise sein Glück versucht. Zwischen dem Ngao, der südlichen Küstenlandschaft unserer Kolonie*) und der Benadirküsle

') Nämlich Abed bin Salem. Vcrgl. Wissmann, Unter deutscher Flagge quer durch Afrika. Berlin 1889. S. 181/82.