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Einführung in die Wirtschaftsgeographie : Produktion, Verkehr und Handel der Erde mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands und der deutschen Kolonien / von Ernst Friedrich
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Einführung in die Wirtschaftsgeographie

tier. Das Schaf ist das wichtigste Haustier in der trockenen Abteilung der subtropischen Zone und fehlt fast ganz in der feuchten Abteilung. Die Ziege gedeiht gut, das Pferd entwickelt in der trockenen Abteilung dieser Zone ausgezeichnete Eigenschaften, ist aber wenig zahlreich, in der feuchten Abteilung kommt es ziemlich schlecht fort. Esel und Maultiere treten im allgemeinen an die Stelle des Pferdes, in den Wüsten dominiert das Kamel, in den Sumpfniederungen der Büffel. Gänse und Enten sind zahlreich an der feuchten Seite der Subtropen. Die Seidenraupe hat hohe Wichtigkeit.

In der Tropenzone sind die Naturbedingungen im allgemeinen der Tierzucht recht ungünstig. Am besten kommen jedenfalls Schwein, Büffel, Ziege, Hund, Huhn, in den Savannen auch noch das Zebu- oder Buckelrind fort.

Staunen und Bewunderung muß uns ergreifen, wenn wir be­obachten, wie der Menschengeist für die verschiedensten Natur­verhältnisse der Erde Nutztiere zu finden wußte, die er sich zu Haus­tieren heranzog, um mit ihrer Hilfe Ebenen und Gebirge, Sandwüsten und Sümpfe, polare Tundren und wüste Hochländer, Savannen und Steppen zu bewohnen und von der polaren bis zur tropischen Zone sich auszubreiten.

VI. Der Bergbau.

Der Mensch stützt sein Wirtschaftsleben, wie wir gesehen haben, in den wichtigsten Bedürfnissen auf Pflanzen und Tiere. Aber schon die primitiven Völker benutzen auch die Bodenstoffe, die Steine, die Mineralien 1 ), an denen sie gewisse Vorzüge, vor allem die Härte, schätzen lernten. Neben Holz und Knochen müssen Mineralien dem Menschen das Material für die Werkzeuge und Waffen her­geben, mit denen er seine Hand verstärkt. Mit dem Fortschritt des Menschen werden die Mineralien immer mannigfaltiger, die er in seinen Dienst zieht. An dem einen schätzt er die Härte, am andern die Weichheit, an dem den Glanz, an dem die Seltenheit, an jenem die Leichtigkeit usw. Die primitiven Völker benutzen außer Steinen gewöhnlich Gold, vielleicht Silber, auch Kupfer, und vor allem das Eisen. Aber die Indianer des vorcolumbischen Amerika kannten

x ) Vgl. Haupt, Bausteine zur Philosophie der Geschichte des Bergbaues. Wien 186567, 3 Hefte; R. Beck, Lehre von den Erzlagerstätten. 2. Aufl. 1903; Treptow, Die Geschichte des Bergbaues im 19. Jahrhundert. Ereiberg 1901, K.; Fr. Freise, Geschichte der Bergbau- und Hüttentechnik. I. Bd. Das Altertum. Berlin 1908. VIII u. 187 S.; H. Charpentier, Geologie et minera- logie appliquees, les mineraux utiles et leurs gisements. Paris 1900. 634 S.; L. de Launay, Geologie pratique. Paris 1900. VIII. u. 344 S.; E. Treptow, Grundzüge der Bergbaukunde. 4. Aufl. Wien 1907 f.; Halphen et Arnould, Essais commerciaux, matieres minerales. Paris 1905. 363 S.; B. Neu mann, Die Metalle. Geschichte, Vorkommen und Gewinnung. Halle 1904. VIII u. 421 S., Tafeln.