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Einführung in die Wirtschaftsgeographie : Produktion, Verkehr und Handel der Erde mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands und der deutschen Kolonien / von Ernst Friedrich
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Einführung in die Wirtschaftsgeographie.

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Kongostaat und in den britischen und den französischen Kolonien an der Guineaküste sind Kautschukpflanzungen angelegt worden. In Amerika wandte man sich in Mexiko, Zentralamerika und Brasilien am meisten dem Kautschukbau zu.

Eine wichtige Faser der Tropen stammt als Manilahanf von einer Bananenart und ist der bei weitem wichtigste Ausfuhrgegen­stand der amerikanischen Philippinen 1 ).

Der Sisalhanf stammt von Agavenarten und wird heute vor­wiegend in dem mexikanischen Staat Yucatan gebaut 2 ). Er ge­deiht auch trefflich in Deutsch-Ostafrika.

Alle tropischen und einen großen Teil der subtropischen Pro­dukte, deren heutige geographische Verbreitung ich kurz vortrug, können wir in unseren Kolonien bauen. Deutschland mußte 1906 für 445 Mill. Mk. Baumwolle, für 149 Mill. Mk. Kautschuk und Guttapercha, für 170 Mill. Mk. Kaffee, für 41 Mill. Mk. Kakao, für 102 Mill. Mk. Rohtabak, für 113 Mill. Mk. Mais, für 83 Mill. Mk. Leinsaat, für 69 Mill. Mk. Jute, für 62,5 Mill. Mk. Palmkerne, Ko- pra usw., für 53 Mill. Mk. Reis usw. einführen. Das können wir zu einem guten Teil auf eigenem Kolonialboden erzeugen; wir müssen es aber auch, denn der Bezug der genannten Produkte wird uns zum Teil von den fremden Produzenten durch Zölle unmöglich ge­macht, zum Teil durch Zwischenhändler so verteuert, daß wir z. B. aufhören, konkurrenzfähig zu sein mit unseren Industrieprodukten, falls wir so horrende Preise für die Rohstoffe zahlen müssen. Was die Engländer gekonnt haben, das können wir auch. Gehen wir einig und voll Selbstvertrauen und Unternehmungsgeist an die Ent­wicklung unserer wertvollen tropischen Kolonien, und die Liste der Weltproduktionen wird nach 20 Jahren nicht mehr einseitig von britischen Produktionsländern zu berichten haben, sondern daneben deutsche Kolonien an ehrenvoller Stelle nennen, dem deutschen Vaterland zum Heile! . /

Wie die Menschen allmählich die Tiere an sich herangezogen und zu Haustieren gemacht haben, entzieht sich unserer sicheren Kenntnis. Die Tierzucht ist schon seit vielen Jahrtausenden Eigen­tum des Menschengeschlechts, und wahrscheinlich sind an ver­schiedenen Stellen der Erde dort heimische wilde Tiere selbständig

!) Ausf. 1906; 102440 (1905: 128 380) T. für 19612 600 (21757 300) Gold­dollar von 32 642 900 Gesamtausfuhr. Vgl. Tropenpfl. 1902, 17581; 1905, 697703; 1907, 8690.

2 ) Ausf. 1906: 626 800 Ballen für (1905/06) 29 437 300 Silberpesos. Vgl. über Sisalhanf in Deutsch-Ostafrika Tropenpfl. 1905, 37585; 1906, 27594; Zeitschr. f. Allgem. Warenkunde I, 1907/08, 67882.

V. Die Tierzucht.

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