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Britisch-Ostafrika : nach seiner Geschichte, Natur und Entwicklung unter englischer Herrschaft / von Paul Klingspor
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VI. Verkehrswesen und Handel.

I. Verkehrswesen.

Die Bedeutung Britisch-Ostafrikas für das Mutter­land ist vor allem eine politisch-strategische. Erst in zweiter Linie kommen für England die nach und nach auszubeutenden Hilfsquellen dieses Schutzgebietes in Betracht. Mit Recht heben sowohl Hahn in der zweiten Auflage der Sieversschen Länderkunde Afrikas 1 ), als auch Hans Meyer in seinem WerkeDer Kilima­ndscharo" 2 ) hervor, daß die ungestörte Verbindung mit Ostindien für das United Kingdom eine Lebensfrage ist, daß der Weg durch das Rote Meer aber sehr leicht gesperrt werden kann und daß daher ein zweiter, von dem ersten möglichst unabhängiger Weg nach Indien für die Engländer einen hohen strategischen Wert besitzt. Einen solchen zweiten, allerdings minder bequemen Weg bildet aber, abgesehen von der zeit­raubenden Route um das Kap, die Linie Kairo ChartumVictoriaseeMombasa.

Um den politisch-strategischen Wert dieser Ver­bindungsstraße zwischen dem Mittelländischen Meer und dem Indischen Ozean, deren Brauchbarkeit be­sonders durch die ungünstigen Terrainverhältnisse und die wasserarmen Steppen Britisch-Ostafrikas stark beeinträchtigt wurde, noch zu erhöhen, stellte das englische Parlament im Jahre 1895 der Regierung die Mittel für eine große Überlandbahn von der ostafrika­nischen Küste bis zum Victoria Nyanza zur Verfügung. Allerdings waren, aber erst in zweiter Linie, bei der

*) W. Sievers: Afrika. 2. Auflage von F. Hahn. Leipzig und Wien 1901.

2 ) Ii. Meyer: Der Kilimandscharo. Berlin 1900.

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