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2. Die geographische Erforschung des Landes.
Abgesehen von dem mißglückten Versuche zweier portugiesischer Händler, von Melinde aus zu den gerüchtweise bekannten innerafrikanischen Seen und den Quellen des Juba vorzudringen, haben die Portugiesen keinerlei Expeditionen zur Erforschung des ostafrikanischen Binnenlandes unternommen. Selbst als es mit ihrer Herrschaft schon zu Ende ging, also ungefähr 200 Jahre seit der Begründung der ersten portugiesischen Ansiedlungen im nördlichen Ostafrika verflossen waren, kannten die an der Küste ansässigen Kaufleute und Missionare das Hinterland nur auf Grund von Berichten der Eingeborenen und Araber. Aber auch nach der endgültigen Vertreibung der Portugiesen dauerte es noch länger als ein Jahrhundert, bis von einer ernstlichen Erforschung des ostafrikanischen Inneren die Rede sein konnte. Erst im Jahre 1844 beginnt mit der Ankunft unseres berühmten Landsmannes Dr. Ludwig Krapf 1 ) in Mombasa ein neuer Abschnitt in der Geschichte Ostafrikas, den wir als die Zeit der Missionare und Forschungsreisenden bezeichnen können.
Bevor Krapf nach Ostafrika kam, wirkte er im Dienste der Church Missionary Society in Schoa, einer von Gallastämmen bewohnten Landschaft im Südosten Abessiniens. Dorthin wollte er auch nach einem kurzen Aufenthalte in Europa im Jahre 1842 wieder zurückkehren, allein der Sultan von Tedjura untersagte infolge der Intriguen einer französischen Missionsgesellschaft den protestantischen Missionaren den Durchzug durch sein Gebiet. Krapf war daher gezwungen, sich ein neues Feld für seine Tätigkeit zu suchen und wandte sich der ostafrikanischen Küste zu, weil er hoffte, von hier aus vielleicht doch noch
') J. L. Krapf: Reisen in Ostafrika. Korntal u. Stuttgart 1858.