I. Einleitung.
Die Geschichte Ostafrikas reicht, wenn auch zunächst sagenhaft, bis ins graue Altertum zurück. Offenbar bestanden schon in uralter Zeit rege Handelsbeziehungen zwischen der afrikanischen Ostküste und den Ländern am Roten Meer und Persischen Golf. Von dem Goldreichtume Südafrikas angelockt, drangen von Norden her semitische Händler nach Süden vor, um die Goldlagerstätten zwischen dem Sambesi und dem Limpopo auszubeuten. Von der Tätigkeit dieser Semiten zeugen noch heute die großartigen, von dem Deutschen Karl Mauch 1 ) entdeckten Ruinen von Simbabye und anderer Orte des Maschonalandes L> ). Ob diese Goldsucher Phönizier, Babylonier oder Südaraber waren und ob sie dauernde Niederlassungen an der Küste Ostafrikas begründeten, läßt sich jetzt nicht mehr feststellen. Daß aber schon um das Jahr 1000 v. Chr. König Salomo und Hiram I. von Tyrus ihre Schiffe bis in die Gegend des heutigen Sofala schickten, um Gold und andere Produkte zu holen, unterliegt kaum noch einem Zweifel. Allmählich scheint jedoch die Kunde von diesen Ländern verloren gegangen zu sein; wenigstens gelangte man nicht mehr dorthin. Die berühmte, im ersten Jahrhundert v. Chr. entstandene Segelanweisung für das Rote Meer, der Periplus Maris Erythraei, bezeichnet Rhapta, eine Stadt, deren Lage
') K. Mauch: Reisen im Inneren von Südafrika 1865—72. Gotha 1874.
2 ) Th. Beut: The mined cities of Mashonaland. 3. Auflage. London 1895.