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Gouverneursjahre im Kamerun / von Jesko von Puttkammer
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Kapitel XII.

Wirtschaftliches.

Ich kann es mir zum Schluss der vorstehenden Schilderungen nicht versagen, noch einige kurze Bemerkungen über die Möglich­keiten der wirtschaftlichen Weiterentwicklung von Kamerun hier an- zuschliessen. Dass diese Entwicklung im wesentlichen von der Linienführung der Eisenbahn abhängt, liegt auf der Hand. Wir haben in Kamerun zunächst zwei Eisenbahnlinien im Bau, die Nord­bahn und die Mittellandbahn. Die erstere ist in ihrer Anfangs­strecke mit 160 km bis zu den Manengubabergen fertig und in Be­trieb. Es bestand ursprünglich wohl die Absicht, diese Bahn in erster Linie nach Norden weiter zu führen, und zwar durch die Mboebene über Bamum in der Richtung auf Garua am-Benue. Dem Projekt der Weiterführung stellen sich aber zwei Schwierigkeiten entgegen: einmal sind es technische Bedenken, welche infolge der Notwendigkeit, das zweite innerafrikanische Hochplateau zu er­klimmen, der Weiterführung in dieser Richtung entgegenstehen; so­dann aber steht die Bahnlinie an ihrem jetzigen Endpunkt vor dem Eintritt in das Konzessionsgebiet der Gesellschaft Nordwestkamerun; zwischen dieser Gesellschaft und dem Kolonialfiskus bestehen aber zurzeit derartige Unstimmigkeiten, dass die Rechtslage für alle be­teiligten Parteien sich überaus schwierig gestalten muss, ehe nicht über die verschiedenen Differenzpunkte völlige Klarheit geschaffen ist. Man hat daher vorläufig von einem Weiterbau der Nordbahn abgesehen und arbeitet an dem Ausbau der Mittellandbahn. Diese führt von Duala durch die sumpfigen Niederungen der Flüsse Donga, Lungasi, Dibamba an den Sannagafluss, überschreitet diesen bei Edea und soll südlich von Jaunde etwa bei Akonolinga den Nyong- fluss erreichen. Ob hier eine schiffbare Flussfläche ausgenutzt werden kann, an welche sich dann eine weitere Bahnstrecke nach Osten hin anschliessen würde, oder auch die Bahn direkt ohne Unter­brechung quer durch Südkamerun bis in das Stromgebiet von