Kapitel III.
Urlaub in Deutschland. — Jaundeaufstand. — Expedition v. Kamptz. — Dominik nachgesandt, wieder in Jaunde. — Dr. Gleim, Dr. Döring, Professor Wohltmann. — Plantagenpläne mit Dr. Zintgraff und Dr. Esser. — Reise nach Jaunde und an den Sannaga.
Den grössten Teil des Jahres 1896 weilte ich in Deutschland nicht nur auf Urlaub, sondern auch wochenlang zur Arbeit in der Kolonialabteilung herangezogen. Letzteres war mir recht erwünscht, da ich einerseits durch den verlängerten Aufenthalt im nordischen Klima den immerhin stark mitgenommenen Organismus für einen neuen Tropenaufenthalt stählen konnte, andererseits nun auch in der Lage war, meine Wünsche und Anforderungen für die mir anvertraute Kolonie gleich persönlich vor die rechte Schmiede zu bringen. In Kamerun ereigneten sich in dieser Zeit allerhand unerfreuliche und erfreuliche Dinge, die ich hier nur kurz streifen will. Wie schon erzählt, hatte in Jaunde Oberleutnant Bartsch von der Schutztruppe an Stelle Dominiks die Leitung übernommen, und da hatte sich wieder einmal gezeigt, wie in Afrika noch mehr als anderswo die Persönlichkeit alles bedeutet. Bartsch, vom besten Willen beseelt, ein schneidiger und einsichtiger Offizier, aber vollkommen Neuling in Afrika, mit den Verhältnissen des Landes und den Eigenheiten der Bevölkerung nicht vertraut und der Landessprache unkundig, war mit den Jaundestämmen nicht fertig geworden; es hatte sich eben die Tatsache bewahrheitet, dass die Neger, ehe sie wirklich zuverlässige Untertanen werden, unter allen Umständen erst einmal blutigen Ernst fühlen wollen und auf die Dauer nur dem gehorchen, der sie im Kampf besiegt hat. Offenbar hatten die Jaundehäuptlinge Bartsch eine gewisse Unsicherheit im Auftreten bald genug angemerkt, es war bei seinem Unbekanntsein im Lande hinter seinem Rücken zu einer Verschwörung gegen die ihnen nicht immer ganz bequeme Herrschaft der Station gekommen und mit einem Male brach der Aufstand aus. Bartsch war gezwungen, sich auf eine Reihe von verlustreichen Busch-
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