Kapitel V.
Ers'.e Kongoreise mit S. M. S. „Habicht". — St. Thome. — Libreville. - Kongomündung. — Banana. — Das holländische Haus. — Insel Mateba. - Borna. — Nokki. — Chandron d'Enfer. — Matadi. — Eisenbahn. — Rückkehr. — Fahrt nach Edea und Malimba. — Schutztruppenpläne — Wieder in Viktoria und Buea. — Dr. Esch und das Gebirge. — Schutzhütten. — Besteigung des Pik. — Viel Besuch. — Sir Ralph Moor. — Mit „Nixe" nach Monrovia. — Heimwärts.
Am Sonntag den 15. August schiffte ich mich zusammen mit Konsul Spengler an Bord S. M. S. „Habicht" ein; ein feiner Sprühregen hüllte die Landschaft in grauen Nebel, und auf ruhiger See fuhren wir zwischen Suellaba und Kap Kamerun bei den berüchtigten Hundsköpfe-Sandbänken, auf denen immer hohe Brecher stehen, vorbei in die offene See hinaus und nahmen unsern Kurs auf St. Thome. Ich richtete mich häuslich in der Kommandantenkajüte ein, schlief aber in den ersten Nächten meiner Gewohnheit gemäss auf dem Achterdeck unter einem Regensegel, während Spengler mit Kapitän Gercke die Kajüte teilte. Bei meiner Vorliebe für die See war es mir ein wahrer Genuss, wieder einmal Schiffsplanken unter den Füssen zu haben, und das befreiende Gefühl, für eine kurze Spanne Zeit losgelöst zu sein von Briefen, Telegrammen und jedem dienstlichen Ärger, erfüllte mich mit jenem Wohlbehagen, welches nur der kennt, der die See wahrhaft liebt. Da wir keine Eile hatten, dampften wir mit massiger Geschwindigkeit und ankerten erst am 17. früh auf der Reede von St. Thome, wo Spengler an Land gesetzt wurde, um seine dortige Tätigkeit wieder aufzunehmen. Wir hielten uns nicht lange auf, fuhren in östlicher Richtung dem Festlande zu und trafen am 18., morgens 9 Uhr in dem Hafen von Libreville (Gabun) ein. Dieser französische Hafen steht an Güte und Brauchbarkeit unserem Duala- hafen entschieden nach und ist eigentlich nur eine offene Reede, gegen Westwinde ziemlich ungeschützt; Anlegebrücken sind nicht vorhanden und grössere Schiffe sind gezwungen, wegen der Tiefen-