Kapitel XI.
Dikoa. — Bornu. — Der Rabehpalast, Besuche, Geschenke, Parade. — Rückmarsch. — Nochmals die Grenzkommission in Borna. — Flussfahrt im Stahlboot. — Ein Orkan. — Der Islam. — Wieder in Buea. — Landeskultur. — Ermordung des Grafen Pückler. — Ossidinge. — Dr. Mansfeld. — Ebermaier. — Urlaub. — Vortrag in der Budgetkommission über Schutztruppen. — Verteilung der Garnisonen. — Mit „Lucie Woermann" wieder nach Afrika 1905. — Veste Friedrichsberg. — Duala, Petroleumfunde. — Langheld nach Garua. — Buea. — Gouvernementsrat. — Landeskulturarbeit. — Mussakehütte. — Geburtstagsfeier. — Puttkamerstiftung. — Ein Erdbeben. — Die Reichstagsabgeordneten. — Die wirtschaftliche und politische Lage.
Die Bewohner von Bornu sind hauptsächlich Kanuri, welche aber schon seit Mitte des vorigen Jahrhunderts mit allen möglichen andern afrikanischen Rassen vermischt sind. Besonders in Dikoa, der Hauptstadt von Deutschbornu und ehemaligen Residenz des Rabeh, finden sich Mischlinge von allen Stämmen um den Tshad- see herum, ja sogar Tripolitaner-, Fezzaner- und Tuaregblut. Im Königsstamm haben sich die alten Shefus, die Nachkommen des Gründers von Bornu, Allah Omar Edriss, rein erhalten, und der Sultan nennt sich selbst mit Stolz Shefu Sanda. Dominik berichtet über Dikoa das Folgende:
„Die alte Bornu-Tätowierung, die kranzartige Haartracht der Weiber, die mit der Koralle in einem Nasenflügel geschmückt, ihre malerisch umgeworfenen Tücher kokett weit im Sande nachschleppen lassen, besteht noch, aber die Männer haben die hellblaue Tobe und den Strohhut vielfach mit der mit bunten Zeugstreifen benähten Mahdistengiubba und der runden festen Mütze vertauscht, die der Rabeh eingeführt hatte.
Als Nachwirkung der Rabehschen Schreckenszeit ist es anzusehen, dass auch freie Leute mit dem Patronengürtel und dem Gewehr bewaffnet einherschreiten. Die langen Bornulanzen werden meist allerdings zum Schmuck getragen, wenn ein Billama (Dorfältester) oder sonst ein Grosser auf seinem prächtig gesattelten Pferd