Kapitel VII.
Abschied von Kinshassa und vom Stanley Pool. — Tuniba, Matadi, „Ville de Maceio". — Libreville, Generalkommissar Merlin; Dr. Seitz mit „Nach- tigal". — Dr. Seitz heim mit „Thibet". — Campo, Kribi, Duala. — Unerfreuliche Zustände. — Viktoria. — Buea. — Leben auf der Station. — Hemmeries Selbstmord. — Arbeit mit Malsen, Oberndorf, Gagern. — Malimba, Elefantenjagd mit Brauchitsch. — Die Buli überfallen Kribi; Heldenmut von Frhr. v. Malsen und P. Schwab. — Yaunde-Kompagnie. — Kommandeur v. Kamptz zurück; Pläne. — Frhr. v. Soden. — v. Queis und
Conrau ermordet.
Vom 1.—6. Februar beschäftigte ich mich mit Kramstas Unterstützung mit Packen, Abrechnen, Abfassung von Berichten nach Berlin, Absendung von Telegrammen nach Libreville und Duala und den unvermeidlichen Abschiedsbesuchen. Auch fanden sich ein der stellvertretende Gouverneur Herr Fuchs mit Gefolge, sowie der Eisenbahndirektor Debacker. Am 3. holte uns ein Extrazug zu einem Abschiedsfrühstück beim Gouverneur in Leopoldville, am 5. vereinte uns alle noch einmal der gastliche Dr. Briart in seiner schönen Villa.
Es herrschte in dieser Zeit ein ungemein reger Waren- und Güterverkehr in Kinshassa und auf den übrigen Bahnhöfen. Besonders auffallend waren die grossen Mengen von Kautschuk, die hauptsächlich vom Sanga, Ubangi und Kassai eintrafen; auch ziemlich viel Elfenbein und daneben die andern, weniger wertvollen Landesprodukte gelangten zur Verladung. Der grosse Reichtum der genannten Stromgebiete war schon damals wohl bekannt, und Klagen über die Unzulänglichkeit der vorhandenen Verkehrsmittel, besonders der Flussdampfer, waren an der Tagesordnung.
Ich habe während meines ganzen Aufenthaltes am Kongo stets den Eindruck einer musterhaften Organisation gehabt. Von Ausschreitungen, Gewalttätigkeiten u. dgl, wie sie so häufig den Organen des Kongostaates vorgeworfen werden, habe ich da, wo geordnete Verhältnisse bestanden, also überall in den von mir berührten Orten, nichts bemerkt. Die bekannten und oft geschilderten Kongogreuel