III.
Die geologischen Ergebnisse der Irangi=Expedition
von
Leopold von Tippeiskirch,
Bergingenieur.
Die folgende Arbeit hat nicht den Zweck, eine geologische Bearbeitung Deutsch-Ost-Afrikas zu bringen, sondern es soll nur das niedergelegt werden, was ich auf der Irangi-Expedition in der Zeit vom 9. Juli 1896 bis zum gleichen Tage 1897 zu sammeln und zu beobachten Gelegenheit hatte. Ich habe bezüglich der bisher bestehenden Litteratur vieles bestätigt gefunden, muss aber auch einigen früheren Annahmen widersprechen. Ganz besonders interessant war mir das Werk Dr. Ernst Stromer von Reichenbachs, „Die Geologie der deutschen Schutzgebiete in Afrika", welches in der Zeit meiner Abwesenheit erschien und mir nach meiner Rückkehr im September vorigen Jahres in die Hände kam, da der Verfasser im Gegensatz zu anderen Autoren zu grosse Verallgemeinerungen vermied und nur das thatsächlich Beobachtete in Betracht zog.
Die Route der Expedition ist aus den Karten genau ersichtlich und bedarf infolgedessen hier keiner weiteren Erläuterung.
Zunächst möchte ich einiges über die Art und Weise der Untersuchung und die Möglichkeit der Forschung vorausschicken.
Was meine Ausrüstung anlangt, so führte ich einige geologische Hämmer, einige Sichertröge, einige gute Lupen und einen geologischen Kom- pass mit, welche Gegenstände mir selbstverständlich immer zur Hand waren. Zur Verfügung hatte ich ausser meinen beiden Boys noch drei Arbeiter, welche mich ebenso wie jene ständig begleiteten. Notizbuch mit Blei- und Buntstift zu Skizzierungen und Aufnahmen von Profilen vervollständigten meine Ausrüstung auf dem Marsche.
Die mich begleitenden Arbeiter waren ausgerüstet mit Spitzhacke, Schaufel, einem Grossfeustel und Keil und je einer Tasche zum Transportieren der im Laufe des Tages gesammelten Gesteine; ausserdem wurde in einem Blechkoffer ein Lötrohrapparat für Reisezwecke von der Firma Max Hildebrand, Freiberg i. S., mitgeführt, ferner Bohrzeug, Brechstange und Reservegezähe.
Die geologische Forschung in einem noch gänzlich unkultivierten Lande ist selbstverständlich bedeutend schwieriger als in einem Lande der Kultur;