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Die mittleren Hochländer des nördlichen Deutsch-Ost-Afrika : wissenschaftliche Ergebnisse der Irangi-Expedition 1896 - 1897 nebst kurzer Reisebeschreibung / im Auftrage der Irangi-Gesellschaft hrsg. von dem Führer der Expedition C. Waldemar Werther
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Die geographischen Aufnahmen und Beobachtungen auf der Irangi=Expedition

von

W. Werther

Premier- Lieutenant.

Die wissenschaftliche Ausrüstung der Irangi-Expedition bestand ausser den zu den geologischen Forschungen und Arbeiten nötigen Instrumenten bzw. Hand­werkszeugen aus einem Reise-Universal-Instrument 1 ), drei Aneroid-Barometern' 2 ), einem Psychrometer 3 ), einem Hypsometer 3 ), einem Stockpeilkompass, einem Maximum-Minimum-Thermometer, einem Schleuder-Thermometer, zwei Taschen- Chronometern 4 ) nach Sternzeit und zwei dito nach mittlerer Sonnenzeit, von den letzteren der eine Chronograph, und zwei Schrittmessern, sowie endlich einem photographischen Apparat 5 ), dessen Ergebnisse bei Ausführung des Terrains in den Karten öfters das Gedächtnis und die Aufzeichnungen in willkommener Weise unterstützt haben. Das Universal-Instrument hat sich bis jetzt tadellos gehalten und weist nicht die geringsten Abweichungen auf, was unter anderem wohl auch der vorzüglichen Verpackung zuzuschreiben ist. Bei den Aneroiden haben verschiedene Veränderungen stattgefunden, besonders zeigten die beiden kleinen nach der Besteigung des Gurue Differenzen gegen vorher. Chrono­meter sind von jeher die Schmerzenskinder aller Forschungsreisenden in Afrika gewesen, und so viel mir bekannt ist, stets den Einflüssen des Klimas und der Trägertransporte erlegen. Um so grösser war die Freude, als es sich bei der Nachprüfung auf der Kaiserlichen Seewarte herausstellte, dass wenigstens die eine der Sternzeituhren und zwar gerade die ständig benutzte intakt ge­blieben war und deren Angaben als zuverlässig angesehen werden konnten. Die Schrittmesser lassen noch viel zu wünschen übrig. Es bedarf noch erheb­licher Verbesserungen, ehe dieselben zu zuverlässigen Angaben zu benutzen sein werden. Abgesehen davon, dass der Schrittmesser nur richtig funktionieren kann, wenn er von einem mit schweren Schuhen versehenem Manne getragen wird, lässt er bei Gebirgsmärschen den Reisenden gänzlich im Stich. Als für

*) Von Hildebrandt in Freiberg i. Sa.

2 ) Von Bohne in Berlin.

3 ) Von Fuess in Steglitz b. Berlin.

4 ) Von Schlesicky in Frankfurt a. M. s ) Von A. Stegemann in Berlin.