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Die mittleren Hochländer des nördlichen Deutsch-Ost-Afrika : wissenschaftliche Ergebnisse der Irangi-Expedition 1896 - 1897 nebst kurzer Reisebeschreibung / im Auftrage der Irangi-Gesellschaft hrsg. von dem Führer der Expedition C. Waldemar Werther
Entstehung
Seite
103
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Die astronomischen Ortsbestimmungen 5 auf der Irangi = Expedition

bearbeitet von

Q. Witt,

Abteilungsvorstand der Sternwarte Urania in Berlin.

Die nachstehend reduzierten astronomischen Ortsbestimmungen des Pretnierlieutenants Waldemar Werther sind mit einem kleinen Theodoliten (No. 2314) auf Stativ von Hildebrand in Freiberg i. S. ausgeführt. Der Durchmesser der Teilung des Höhenkreises, welcher ausschliesslich bei diesen Beobachtungen, soweit sie Verwertung fanden, zur Verwendung kam, betrug 10 cm; die Teilung selbst ist direkt von 10 zu 10 Minuten fortschreitend und mit Hilfe von zwei Nonien auf 30" ablesbar, wobei [5" in der Regel noch ge­schätzt werden können. Ein in halbe Grade geteilter Horizontalkreis gestattet an zwei Nonien die Ablesung der Bogenminute mit eventueller Schätzung von 30".

Das Instrument hat sich auf der ganzen Reise, wie eine sorgfältige Prü­fung nach der Rückkehr ergeben hat, vorzüglich bewährt, ein Umstand, der wesentlich darin seine Erklärung findet, dass das gesamte Instrumentarium sorg­fältig verpackt in einem grösseren Kasten bei einander gehalten wurde. Das Niveau am Nonienträger des Vertikalkreises ist von mir im Jahre 1896 und demnächst im Herbst 1897 au ^ seinen Teilwert hin untersucht worden, wobei sich innerhalb der in Betracht kommenden Genauigkeitsgrenzen die. völlige Konstanz desselben während der Beobachtungsperiode ergeben hat.

Das 1 Beochtungsverfahren erstreckte sich ausnahmslos darauf, für die Zwecke der Zeitbestimmung Sterne nahe dem [ersten Vertikal Ost oder West in beiden Kreislagen zu beobachten, um auf diese Art den Zenithpunkt, für welchen direkte Bestimmungen nicht vorliegen, in seinem Einfluss zu eliminieren, und in der Messung von Zenithdistanzen von Sternen, die nahe ihrer Kulmination sich befanden, für die Ermittelung der geographischen Breite.

Zur Notierung der Momente der beobachteten Zeiten diente ausschliesslich ein nach Sternzeit regulierter Taschenchronometer von Schlesicky in Frank­furt a. M. (No. 8021), der, ebenso wie drei andere Uhren von demselben Ver­fertiger, vorher auf der Deutschen Seewarte einer Prüfung unterzogen worden war. Diese Prüfung ist nach der Rückkehr des Reisenden erneuert worden, wobei sich insbesondere ergeben hat, dass die eigentliche Beobachtungsuhr,